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Neue Xeon-Prozessoren: Intel spart Strom

13.03.2007 | 13:18 Uhr |

Intel hat gestern neue Xeon-Prozessoren mit vier Kernen vorgestellt. Der Hersteller verspricht einen deutlich geringeren Stromverbrauch: Höchstens 50 Watt Leistung soll ein einzelner Chip aufnehmen.

Nachdem heute Nacht in den europäischen Apple Stores kurzzeitig Mac Pros mit acht Prozessorkernen im Angebot auftauchten und kurz darauf wieder verschwanden, ist ein Update des Mac Pro wahrscheinlich: Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis Apple einen "Octo-Mac" ins Angebot aufnimmt. Ob Intels Neuvorstellungen aber wirklich den Weg in die Profi-Macs finden werden, steht damit noch lange nicht fest: Der Xeon L5310 und das etwas leistungsfähigere Schwestermodell L5320 sind ausgemachte Stromsparer, aber niedriger getaktet als die Chips in aktuellen Macs.

Die Zeit wäre reif, neue Mac Pros vorzustellen. Bislang fehlte noch eine Reihe von Profi-Software für Intel-Macs, am Ende des Monats aber will Adobe die Creative Suite 3 vorstellen. Zudem beginnt morgen mit der CeBIT in Hannover die weltweit größte Messe für Informationstechnik. Dennoch bleibt abzuwarten, ob Apple die neuen Macs wirklich in den nächsten Tagen vorstellen wird. Der nächtliche Unfall in den europäischen Apple Stores (sofern er nicht gewollt war) jedenfalls zeigt: Acht Kerne kommen. Der Prozessorhersteller Intel bleibt auch mit neuen Xeon-Prozessoren seiner Devise treu, mehr Leistung pro Watt zur Verfügung stellen zu wollen. Die neuen Xeon-Chips sollen zwischen 35 und 60 Prozent weniger Watt aufnehmen als ihre Vorgänger, pro Kern liege der Verbauch damit noch bei durchschnittlich 12,5 Watt. Getaktet ist der L5310 mit 1,6 Gigahertz, der L5320 mit 1,86 Gigahertz. Auf jedem 64-Bit-Prozessor teilen sich vier Kerne 8 Megabyte Cache-Speicher. Macworld kennt sogar die Preise für Endabnehmer: Bei einer Abnnahme vom 1000 Stück kostet der L5320 519 US-Dollar, der L5310 liegt bei 455 Dollar. Da Intel mit allen aktuellen Xeon-Prozessoren auf die "Bensley"-Plattform setzt, könnte Apple neue Prozessoren wählen, ohne viel am System zu verändern. Ob der Mac-Hersteller aber wirklich auf die neuen Modelle setzt, muss sich erst herausstellen. Verwendet der Benutzer nämlich Software, die nicht für mehrere Kerne ausgelegt ist, würde er mit L5320 und L5310 weniger schnell arbeiten können als mit aktuellen Mac Pros. Die sind nämlich nur mit zwei Xeon-Prozessoren à je zwei Kernen ausgestattet - dafür aber mit 2,0 bis 3,0 Gigahertz getaktet. Natürlich hat Intel auch dafür bereits Nachfolger mit acht Kernen im Angebot: X5355 ist bereits seit Dezember 2006 auf dem Markt, taktet mit 2,66 Gigahertz, nimmt allerdings auch 120 Watt auf.

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