Am letzten Tag der IFA in Berlin, also den 5. September, stellte Steve Jobs publikumswirksam eine komplett neue Palette der Pod-Reihe vor. Zwar hat das iPod Shuffle lediglich neue Farben bekommen, die Änderungen bei den übrigen Modellen sind allerdings teils gravierend. So hatte Apple hat den iPod Nano komplett überarbeitet und den MP3-Player mit einem neuen Gehäuse ausgestattet. Der Musikplayer kommt in einem beinah quadratischen Gehäuse daher, um Platz für ein zwei Zoll großes Display zu schaffen. Damit lassen sich auf dem iPod Nano – wenn auch recht klein – Videos anschauen. Komplett neu ist auch die Menüführung des iPod nano wie seines großen Bruders iPod, der nun den Zusatz Classic erhalten hat. Die Cover-Flow-Funktion, die bislang iTunes und dem iPhone vorbehalten war, bietet nun bis auf den iPod Shuffle jedes iPod-Familienmitglied. Der iPod Nano und der iPod Classic wird mit den Spielen iQuiz, Vortex sowie Klondike ausgeliefert, zukünftig soll es weitere Spiele im iTunes Store geben.
Der einzige festplattenbasierte Musikplayer von Apple – iPod Classic - erscheint mit Kapazitäten von 80 und 160 GB. Das Vollmetall-Gehäuse besteht wie beim iPod Nano aus eloxiertem Aluminium und Edelstahl. Die Albenanzeige in Form von Coverflow ist hier ebenso zu finden wie die drei standardmäßigen Spiele. Das 80-GB-Modell soll mit einer Akkuladung 30 Stunden Musik und 5 Stunden Videos wiedergeben. Das Modell mit 160 GB hält laut Apple 40 Stunden Musik- sowie 7 Stunden Videowiedergabe durch. Ärgerlich ist nur, dass Apple die Video-Out-Funktion für die meisten Drittanbieter-Docks gesperrt hat.
Dass es neue iPods geben wird war schon eher bekannt, dass es einen iPod geben wird, der auf dem iPhone basiert, konnte man sich noch ganz gut zusammenreimen. Doch dass der neue iPod quasi ein iPhone light wird, mit fast allen Funktionen des iPhone, war nicht so leicht abzusehen. iPod Touch nennt Apple das neue Top-Modell der mobilen MP3-Player. Schaut man genauer hin, ist er nicht viel weniger als ein iPhone bei dem man schlicht das Telefon und die Kamera weggelassen hat. Dafür gibt es aber ein Modell mit 16 GB Speicher – doppelt soviel wie beim iPhone. Ansonsten gibt es fast nur noch Gemeinsamkeiten. Der iPod Touch ist mit wie das iPhone mit einem 3,5-Zoll-Multitouch-Display ausgestattet und verfügt über ähnliche Abmessungen, ist mit acht Millimetern Dicke sogar etwas dünner als das iPhone. Auch drahtloses Internet ist mit an Bord. Per WiFi-Verbindung (das Apple beim iPhone und beim iPod Touch nun nicht mehr „Airport“ nennt) klinkt man sich ins Internet ein. Als Internet-Browser kommt Safari zum Einsatz. Damit ist die größte Hürde für mobiles Surfen per Wlan genommen, denn Steve hat Recht: die meisten mobilen Internet-Geräte scheiterten bislang an der schlichten Tatsache, dass man eine Webseite aufrufen und ein Passwort eingeben muss, um eine WiFi-Verbindung via Hotspot aufzubauen. Mit Safari im iPod ist das nun kein Problem mehr. Quasi nebenbei wird der iPod damit zu einer echten mobilen Internet-Maschine.
Die Softwareausstattung des iPod Touch ist kaum geringer als beim iPhone. Neben Musik hören kann man auch Fotos und Videos anschauen – auch direkt über You Tube. A propos Videos: Im Gegensatz zum iPhone hat der iPod Touch (wie auch der Nano und der Classic) einen Videoausgang, mit dem man ihn an einen Fernseher anschließen und Fotos und Filme bequem vom Sofa aus genießen kann. Der Kalender ist dabei, ebenso wie die Adressverwaltung, die Uhr und der Taschenrechner. Der Clou ist aber der neue mobile iTunes WiFi Music Store über den man drahtlos wie in iTunes auf dem Mac oder PC nach Musik suchen und Songs sofort kaufen und herunterladen kann. Es fehlten allerdings der eMail-Client, Google Maps und einige andere Internet-Applikationen, die Apple beim iPhone mitliefert. Es dauerte nicht lange, da hatten Hacker den Pod Touch geknackt und die Funktionsvielfalt erweitert – sogar mit einigen Programmen vom iPhone, die auf dem iPod Toch nicht zu finden sind. Am 20. September haben wir ein iPod Touch ausgepackt.
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