1039122

Apples Music Event: Kommentar

02.09.2010 | 12:48 Uhr |

Gestern Abend saßen Apples Anhänger wie Kritiker vor den Monitoren. Es gab wieder Neuigkeiten aus Cupertino. Eine Einschätzung zu neuen iPods und iTunes 10

Apple Special Event 2010
Vergrößern Apple Special Event 2010

Apples Marketingmaschine läuft wie geschmiert, aber an diesem Punkt hat es bei Steve Jobs und seinen Kollegen nie gehapert. Pünktlich zum Start des Weihnachtsgeschäfts gibt es neue Must-Haves mit dem Apfel-Logo. Der iPod Nano bestätigt noch mal, dass er den richtigen Namen trägt: Der Player ist noch winziger geworden, allerdings seiner Kamera und seines Scrollrads beraubt. So wird das Gerät für große Hände schwieriger zu bedienen. Sogar Steve Jobs hatte bei der Bedienung einige Probleme gehabt und es ist anzunehmen, dass er iPod Nano nicht zum ersten Mal hatte. Wenn man sich die Werbung auf der Keynote zum iPod Nano, ansieht wird es deutlich, dass Apple gezielt eine neue Zielgruppe angeht, nämlich den weiblichen Teil der Bevölkerung.

Der iPod Classic glänzte auf dem Special Event mit Abwesenheit. Es bleibt abzuwarten, was sich die Strategen aus Cupertino überlegt haben. Entweder kommt die nächste Generation des Geräts zusammen mit der iPod-Reihe ein Jahr später, oder die Produktion wird ganz eingestellt. Noch ist der Classic im Apple Store verfügbar. Die neue Produktlinie und die Tatsache, dass der Classic die Speicherkapazitäten der anderen Modelle deutlich überschreitet (160 GB im Vergleich zu den 64 GB des iPod Touch ), werden wahrscheinlich zu Hamsterkäufen des Gerätes führen.

iTunes kommt mit einem neuen Logo und in der zehnten Version. Allerdings hat man jetzt Schwierigkeiten zu sagen, was genau iTunes ist. Aus dem einfachen Musik-Management-Programm wurde eine Mischung aus eben diesem Programm, Online-Shop, Synchronisationstool und sozialem Dienst, Ping genannt. An Ping wird deutlich, dass Apple dem Trend zur Sozialisierung des Internets folgt. Und wieder zeigt der Konzern, wie weit voraus er den anderen sozialen Diensten in Sachen Monetarisierung ist, indem er das Thema von einer anderen Seite angeht: Im Unterschied zu Facebook und Co. bietet Apple keine kostenlose Plattform mit kostenpflichtigen Services, sondern bezahlten Content mit freien Services. Das macht die Entscheidung für den Anwender, wofür er sein Geld ausgibt, leichter, schneller und angenehmer. Ping dient in diesem Fall als digitale Mundpropaganda, was gegenüber klassischer Werbung deutlich mehr Vorteile hat. Die Anbieter müssen dafür nicht extra zahlen und die Quelle der Information, nämlich Freunde und Bekannte, gelten als zuverlässiger als ein Anbieter selbst. Frei nach dem Motto: Was sich mein Freund anhört, will ich mir auch anhören.

Mit Apple TV geht der Krieg der Formate in eine neue Runde. Was bis jetzt über öffentliche E-Mails und Onlineauftritte deutlich gemacht wurde, geht in Erfüllung. Apple stellt sich mit seinem Streaming-Dienst und bezahlten Filmen und Serien gegen Adobes Format ".flv". Aber auch ein verbreitetes Formate wie ".avi" wird nicht unterstützt. Die einzigen Formate, die Apple TV akzeptiert, sind H.264 mit der Auflösung bis 720p, MPEG-4 mit der Auflösung 640 x 480 und der Bitrate bis zu 2,5 Mbps oder Motion JPEG mit der Auflösung 1280 x 720 und der Bitrate bis 35 Mbps. Und jegliche Hoffnung, Apple möge die Bluray-Technologie doch noch mal integrieren, dürfte wohl gestern abend auch gestorben sein.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1039122