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Neuer Druckvorstufenstandard auf der Publishing Market

07.05.2001 | 00:00 Uhr |

Wie Best Color im Rahmen der Fachmesse Publishing Market in Stuttgart ankündigte, will der Hersteller von Software-Rips ein vom Vorsitzenden des Professional Imagers Club vorgeschlagenes Verfahren zur Farbverbindlichkeit unterstützen.

Am Freitag ging die kleine, aber feine Stuttgarter Messe, die sich
mit vielerlei Problemstellungen und Lösungsansätzen im digitalen
Publishing befasst, zu Ende. Neben Herstellern von Software-RIPs und
digitalen Kameras findet man dort auch Labormittelhersteller,
Papiergroßhädler und Distribuntoren für Rechner und Scanner. Den
größten Platz auf der Messe nehmen der Arbeitskreis digitale
Fotografie (ADF) und der Professional Imagers Club (PIC) ein. Beide
Verbände arbeiten herstellerunabhängig, ihre Mitglieder haben sich
zum Ziel gesetzt, sich gegenseitig zu beraten und Probleme, die in
der digitalen Fotografie zur genüge auftreten, gemeinsam zu lösen. So
veranstalten ADF und PIC gelegentlich Symposien, bei denen man
versucht, Schwierigkeiten zu ergründen und Lösungsansätze zu finden.

Ein solcher Lösungsansatz kommt von dem Fotografen Reinhard Fittkau,
der dem PIC vorsitzt und mit einem neuen Konzept für die
Druckvorstufe endlich das Problem farbverbindlicher Drucke in den
Griff bekommen will. Wie wir in Macwelt Ausgabe 5/01, Seite 79
berichteten, verlagert sein Konzept die Profilierung der Daten in die
Druckereien. So vermeidet man, dass bei jeder Station, die die Daten
auf dem Weg vom Fotografen in die Druckerei passieren, verschiedene
Profile in die Datei gerechnet werden. Nach Fittkaus Vorschlag
konvertiert der Fotograf die Aufnahme in einen CMYK-Datensatz, der
dem höchsten Offset-Standard der Fogra/BDVM (Fogra:
Forschungsgesellschaft Druck, BDVM: Bundesverband Druck und Medien)
entspricht, so dass alle Druckereien in diesem Standard gute
Ergebnisse erzielen können. Die Druckerei rechnet dann nur noch die
Profile für ihre Maschinen und das Papier in die Datei. Auf diese
Weise kann man bei fehlerhaften Druckerzeugnissen leichter
nachvollziehen, in welchem Stadium der Fehler entstanden ist.

In den letzten Wochen war die Resonanz auf das neue Konzept eher
verhalten. Fachpresse und Branchenkenner hielten die Idee für gut,
aber undurchführbar, da man befüchtete, Druckereien und die Industrie
würden nicht mitziehen. Die Stuttgarter Messe brachte eine Wendung in
die Debatte, da der Sofware-RIP-Hersteller Best Color die Idee für
gut hält und unterstützt. Best arbeitet an einem Profil, das den
Anforderungen entspricht und im Juni zur Verfügung stehen soll. Das
Profil soll, wenn es fertig ist, auf den Webseiten des PIC und auf
der Best-Seite zum Download zur Verfügung stehen. Von Seiten der
Drucker waren bei den Diskussionen auf der Messe weitgehend positive
Reaktionen zu hören. Auch Detlef Fiebrand, Tiefdruck-Reprofotograf
und Berater in Sachen Colormanagement, steht hinter dem neuen
Standard. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitung "Deutscher
Drucker" befürwortet er den neuen Standard und schreibt: "Es wird
noch viel Zeit vergehen, bis alle am Prepress-Workflow Beteiligten
eine sinnvolle Umsetzung von ICC-Color-Management gefunden haben, wir
brauchen also eine schnelle und einfache Problemlösung für Milliarden
von gedruckten Bildern!"

Fazit

Die Unterstützung von Best erhöht die Chancen, das neue Konzept
für die Druckvorstufe zu etablieren. Damit ist der Workflow in der
Theorie bereits jetzt denkbar. Die Praxis wird zeigen, ob sich
genügend Fotografen, Agenturen und Druckereien anschließen, um das
Konzept Reinhard Fittkaus zum Standard zu machen. dc

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