Von Peter Müller - 17.05.2000, 00:00

Neuer Finder in Mac-OS X

Die neuste Version von Mac-OS X, Developer Preview (DP) 4, hat neben
anderen Verbesserungen auch einige Änderungen im Finder erfahren. Auf
der Eröffnungsveranstaltung zur weltweiten Entwicklerkonferenz (WWDC)
in San Jose zeigte ein etwas zerknirschter Steve Jobs einen
überarbeiteten Finder, dessen Veränderungen insbesondere auf
Reaktionen beruht, die Apple auf die erste unter den Entwicklern
verteilte Version DR 3 erhalten hatte.
Bemängelt hatten die Entwickler zu große Unterschiede zum "alten"
Finder und zu wenig Flexibilität bei den Einstellungen. Auch die
Tatsache, dass im Dock am unteren Bildschirmrand ein Chaos aus
Applikationen, Dateien, Alias-Dateien und Originalen herrscht, hatte
Anlass zu Kritik gegeben. Apple hat nun reagiert und einiges im
Finder geändert und neue Funktionen hinzugefügt.
Die Änderungen sind unter Anderem:
Der Anwender hat mehr Flexibilität bei den Fensteransichten Es gibt neue Funktionen für Fenster Wechselmedien lassen sich auf dem Schreibtisch anzeigen Im Dock herrscht mehr Ordnung Der Name der vordersten Applikation wird angezeigt
Eines der größten Kritikpunkte an Mac-OS X war bislang, dass sich
Einstellungen für die Fensteransicht immer auf alle Fenster bezogen.
Stellt man in der Version DR 3 von Mac-OS X beispielsweise die
Browser-Ansicht für ein Fenster ein, dann erscheinen alle Fenster in
dieser Ansicht. Oder es erscheinen alle Fenster in der Listenansicht,
auch wenn man diese Einstellung nur für ein Fenster vornehmen möchte.
In der neusten Version ist dies anders. Nun lässt sich die Ansicht
für jedes Fenster getrennt einstellen. Befindet man sich im
Browser-Modus und öffnet einen Ordner per Doppelklick, für den die
Icon-Ansicht eingestellt ist, dann erscheint dieses Fenster auch in
der Icon-Ansicht.
Neu ist bei Fenstern auch, dass sich der Bereich, in dem mittels
großer Icons Bereiche wie "Favoriten", "Dokumente", "Applikationen"
und weiteres angezeigt sind, ausblenden lässt. So genügt ein
einfacher Menübefehl, um die Fenster in Mac-OS X wie die aus dem
alten Finder gewohnten erscheinen zu lassen.
Verschwunden ist aus Mac-OS X die Möglichkeit, wie im bisherigen
System, per Doppelklick ein neues Fenster zu öffen. Ein Doppelklick
auf einen Ordner in Mac-OS X bewirkt nun, dass im bestehenden Fenster
der Inhalt dieses Ordners angezeigt wird. Um ein neues Fenster mit
dem Inhalt des Ordners zu öffnen, muss man nun während des
Doppelklicks die Wahltaste gedrückt halten. Ob diese Funktion viele
Freunde finden wird, ist zu bezweifeln - bisher war das nämlich im
Finder genau umgekehrt.
Während man schon in der Version DR 3 einem spezifischen Fenster ein
Hintergrundbild verpassen konnte, hat Apple diese Funktion ausgebaut.
Nun kann man allen Fenstern eine Hintergrundfarbe zuweisen, die sich
für einzelne Fenster ändern lässt. Zudem kann man nun wie aus Mac-OS
9 gewohnt dem Schreibtisch ein Hintergrunsbild verpassen.
Ebenso auf vielfältigen Wunsch der Entwickler ist es nun möglich,
dass Icons von Wechselmedien direkt nach dem Einlegen auf dem
Schreibtisch erscheinen. Inwieweit sich später eingebaute Speicher
wie Festplatten ebenfalls auf dem Schreibtisch befinden dürfen,
bleibt abzuwarten.
Auch am Dock hat Apple einiges geändert. In der neuen Version von
Mac-OS X gibt es eine Trennung zwischen Applikationen und Dateien.
Applikationen gelangen auf die linke, Dateien auf die rechte Seite im
Dock. Dabei werden stets Verweise ins Dock eingefügt, keine
Originaldateien. Zieht man einen Verweis aus dem Dock heraus, dann
wird dieser gelöscht, was sich, wie vom Newton-OS bekannt, dadurch
zeigt, dass sie sich in einer kleinen Explosionswolke auflösen. Ein
nachteil der derzeitigen Methode ist, dass sich keine Alias-Dateien
auf das Dock ziehen lassen. Das wird Apple aber mit Sicherheit noch
lösen.
Zu guter Letzt ist Apple noch einem Anwenderwunsch nachgekommen.
Programmnamen werden nun wieder im Menü angezeigt. Statt wie bislang
im Mac-OS üblich erscheinen sie aber nicht rechts oben, sondern
links, dort, wo seit jeher der bunte Apfel gezeigt hat, auf welcher
Rechnerplattform man sich befindet. sh
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