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Neuer G4-Prozessor von Motorola

11.02.2003 | 12:10 Uhr |

Zeitgleich mit Apples neuen Servern Xserve hat Motorola neue G4-Prozessoren vorgestellt, die G4-Prozessoren MPC 7457 und 7447

Bei den neuen Chips handelt es sich um die direkten Nachfolger der Versionen 7455 und 7445, die Apple in seinen aktuellen Desktops verbaut. Ab sofort verschickt Motorola Alpha-Versionen an die ersten Kunden, ab März sollen die Prozessoren verfügbar sein. Das Topmodell der beiden neuen CPUs bietet der Hersteller aus Schuamburg, Illinois, mit einer maximalen Taktrate von 1,3 GHz an. Als Level 3-Cache unterstützen die CPUs maximal 2 MB RAM, gegenüber dem Vorgänger 7455 verdoppelt sich dagegen die Größe des schnellen Level 2-Cache von 256 auf 512 KB. Da der schnelle Zwischenspeicher mit vollem Prozessortakt arbeitet, sollte man einen spürbaren Leistungsschub feststellen. In Power Macs sollten vor allem Multimedia-Anwendungen davon profitieren.

DDR-RAM dagegen unterstützen die neuen Chips noch nicht nativ, dies soll laut einer früheren Ankündigung von Motorola erst der Nachfolger 7457 M gewährleisten. Ende 2003 soll dieser Chip mit Taktraten über 2 GHz verfügbar sein. Auch eine neue Low-Cost-Variante ist mit dem 7447 zu haben. Die Variante ist Pin-Kompatibel mit seinem Vorgänger 7445, den Apple etwa im TFT-iMac verbaut, und erreicht eine maximale Taktrate von 1 GHz.

Beide G4-Prozessoren sind zudem in einer Strom sparenden Variante zu haben, die bei einer Taktrate von 1 GHz weniger als 10 Watt leisten soll. Wichtig ist dies neben der Verwendung in tragbaren Rechnern vor allem für Motorolas Hauptkunden aus der Telekommunikations- und Netz-Branche. Firmen wie Radar, Sonar und Navigation setzen den G4-Prozessor in so genannten Embedded Systems (in sich geschlossene Microcomputer für bestimmte Aufgaben) ein, Gro?abnehmer wie Cisco Systems oder Ericsson verwenden ihn in Netzgeräten und in der Telekommunikation.

Wenig erfolgreich ist Motorola in diesem Markt jedoch mit seiner Altivec-Einheit, nur wenige Kunden aus dem Embedded-Markt benötigen diese schnelle Vektoreinheit. Wie Eetimes berichtet, überlegt deshalb Motorola sogar, die Altivec-Einheit aus seinen Chips zu entfernen, sollte sie sich nicht besser durchsetzen. Einige neue Förderma?nahmen hat deshalb Motorola gestartet, so sind über das Altivec Center of Excellence neue Entwicklerprogramme verfügbar.

Die neuen Chips aus Schaumburg setzt Apple noch nicht ein. Zwar arbeiten die Prozessoren in Apples Serversystem mit 1,3 GHz Taktrate, laut Apples Spezifikationen handelt es sich jedoch noch um den Prozessor PPC 7455 mit 256 KB Level-2-Cache. Wann Apple die neuen CPUs verbaut will, ist bisher nicht bekannt. sw

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