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Neuer Standard für digitales Fernsehen

15.03.2001 | 00:00 Uhr |

Ein neuer technischer Standard soll dem digitalen
Fernsehen mit Zusatzdiensten und Internet-Zugang in Deutschland den
Durchbruch bringen.

«Wir werden auf der CeBIT Prototypen von Geräten und ihre
vielseitigen Anwendungen präsentieren», sagte der
Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und
Kommunikationselektronik (gfu), Rainer Hecker, in einem Gespräch mit
der Deutschen Presse-Agentur (dpa). «Wir werden dort zeigen, dass die
Digitalisierung mit aller Macht auch in die Haushalte einzieht.»

Nach dem Start vor sechs Jahren sei das digitale Fernsehen in
Deutschland «nicht richtig voran gekommen», vor allem weil die
Programmanbieter auf ihre eigenen Settop-Boxen gesetzt hätten. «Die
Alternative zum neuen Standard wäre jetzt, dass das Thema weiter so
gestückelt vorangetrieben worden wäre.» Derzeit können knapp 2 der
rund 35 Millionen Haushalte in Deutschland digitale Programme
empfangen. «In den nächsten drei Jahren wollen wir diese Zahl
verdoppeln», sagte Hecker. Der neue international freie Standard MHP
(Multimedia-Home-Plattform) sei wichtige Grundlage. «Künftig wird das
Internet Bestandteil des Fernsehens sein, wie zurzeit der Videotext.»

Hecker sagte weiter, auf der Basis von MHP könnten die
Gerätehersteller Produkte und die Programmanbieter ihre zusätzlichen
Inhalte für die digitalen Übertragungswege, wie etwa eine Verzahnung
mit den Internet-Angeboten, entwickeln. Gleichzeitig schaffe MHP
Verlässlichkeit für den Verbraucher. «Es kauft niemand ein Gerät,
wenn er sich nicht sicher sein kann, dass es morgen auch noch
funktioniert», sagte Hecker.

In Frankreich, Großbritannien oder auch Skandinavien sei im
übrigen die Verbreitung von digitalen Empfangsgeräten deutlich höher.
Schon jetzt würden europaweit rund 100 verschlüsselte und ebenso
viele freie TV-Programme digital übertragen.

Erstmals präsentieren sich Programmanbieter, Netzbetreiber,
Softwareentwickler und die Geräteindustrie in diesem Jahr auf der
Computermesse CeBIT (22.- 28. März) gemeinsam auf einem Stand. Nach
Angaben der gfu solle damit «eine Art Schulterschluss zwischen
Consumer-Elektronik und der IT-Branche» vollzogen werden.
dpa

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