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Neuer iPod Photo und Musicstores für Euro-Zone

26.10.2004 | 19:06 Uhr |

Eine große Überraschung für die iPod-Welt - eine böse für die Eidgenossen.

Neue Musikstores

Schon vor dem offiziellen Start des Apple Music Events stand fest, wer sich diesen Abend nur mit angezogener Handbremse über die Produktvorstellungen freuen durfte - die Schweizer. Die Mac-Hochburg in den Alpen blieb bei der vorveröffentlichten Erweiterung des iTunes Musicstores draußen. Neun Länder kamen zwar hinzu - aber alle stammen aus der Eurozone. Für Österreicher und Luxemburger gibt es eine lokalisierte Variante - allerdings nur weil dies bereits für den deutschen bezieungsweise französischen Store erledigt wurde. Spanien, Portugal, Griechenland, Italien, Belgien, Niederlande und Finnland müssen sich mit Einheits-Englisch zufrieden geben. Der einheitliche Preis ist dagegen schon erfreulicher - 99 Cent kostet der Song nun in allen Euro-Staaten trotz unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze und Rechtsbedingungen.

iPod Photo

Mit der Vorveröffentlichung der neun Musicstores und dem gleichzeitigen Schließen der Apple Online Stores stand eigentlich schon fest, dass beim eigentlichen Event neue Hardware kommen musste. Die schwarze U2-Sonderedition des iPod geisterte schon seit Tagen durch die Gerüchteküchen und trotzdem holte Apple noch eine ganz große Überraschung aus dem Sack - den iPod photo . Wie der Name sagt ein iPod der nicht nur Musik, sondern erstmals auch Bilder auf einem 65.000 Farben LCD wiedergeben kann. Die Menüführung der Fotofunktion orientiert sich an der bisheringen Musiknavigation. Das Scrollwheel durchblättert die abgespeicherte Sammlung. Auch Übersichten von 25 Miniaturen auf einen Blick sind möglich. Ein mitgeliefertes AV-Kabel erlaubt den Anschluss an Fernseher oder Projektor für Diashows, bei denen natürlich auch auf die Musik zugegriffen werden kann. Im reinen Player-Modus zeigt es optional die integrierten Coverbilder von Musicstore-Songs an. Der iPod photo kommt in zwei Varianten: Das 60 GB - und damit speicherstärkste - Modell zum Preis von 640 Euro und die 40 GB Variante für 530 Euro.

Schwarze U2-Edition

Teuflisch sieht die U2 Special Edition aus: Tiefschwarz mit rotem Click-Wheel. Die inneren Werte stimmen aber mit dem engelhaft-weißen iPod 20 GB überein. Ganz abgesehen von einem besonderen Äußeren bekommt man für die 50 Euro Aufpreis so einiges Geboten - Unterschriften aller Bandmitglieder als Gravur, ein Plakat und vor allem einen Gutschein für alle U2-Alben sowie bisher unveröffentlichte Songs. Dies macht zusammen 400 Songs, die einzeln gekauft schon den ganzen Preis von 380 Euro ausmachen würden - theoretisch zumindest.

Software-Updates

Um den iPod photo auch mit Bildern betanken zu können, hat Apple die aktuelle iTunes-Version 4.7 freigegeben. Als neues Feature wurde die Anzeige doppelter Titel eingefügt. So kann die Musik-Bibliothek schnell von unnötigen Ballast befreit und eine große Playlist gestrafft werden. Es verhindert auch den doppelten Import des gleichen Titels, so lange der Name identisch ist.

Weitere Features beinhalten die Programm-Einstellungen. Der iPod hat nun seinen eigenen Eintrag und bei den erweiterten Funktionen hat der Anwender nun die Möglichkeit, den Miniplayer von iTunes (grünen Knopf im Programmfenster drücken) immer im Vordergrund zu behalten. Diese einfache und nützliche Bedienung übernehmen bisher häufig Konfabulator-Widgets oder Dock-Anwendungen. Mit dem Dashboard in Mac-OS 10.4 hätte Apple eigentlich schon eine Lösung parat gehabt, aber iTunes richtet sich mit seiner Kompatibilität zu Windows und älteren Mac-OS-X-Versionen an einen größeren Nutzerkreis, der von dieser neuen Funktion profitiert.

Ein neues Feature im iTunes Musicstore ist die optionale, automatische Email-Benachrichtigung, wenn neue Stücke favorisierter Interpreten online gestellt werden.

Den Update-Reigen runden schließlich noch zwei Pflicht-Aktualisierungen ab: Quicktime 6.5.2 merzt Sicherheitlücken in den Apple-Lossless- und AAC-Encodern aus. Der iPod Updater 2004-10-20 wird für den iPod photo benötigt.

Fazit

Der iPod photo ist sicherlich eine Überraschung. Es bleibt nur zu hoffen, dass Apple oder ein Dritthersteller nun endlich eine bessere Lösung vorstellt, wie man Speicherchips direkt auf dem iPod entladen kann. Die verbaute 60 GB Platte und das Farbdisplay zeigt jedenfalls, dass Cupertino weiterhin technologische Führerschaft in diesem hart umkämpften Marktsegment für sich beansprucht. Insgesamt jedoch ein teuerer Spaß - der aber sicherlich seine Käufer finden wird.

Gleiches gilt für den iPod U2 - obwohl der Gutschein für 400 Songs der Kultband den Preis relativiert. Das rote Click-Wheel wird wohl die Geschmäcker spalten, aber wäre eigentlich auch schlimm, wenn eine Special-Edition für den Massengeschmack ausgerichten würde.

Die neuen Musicstores untertreffen die Erwartungen. Lediglich die Euro-Zone ist betroffen und noch nicht einmal Weltsprachen wie Spanisch sind lokalisiert. Mac-Hochburgen wie Schweiz, Neuseeland oder Japan bleiben weiterhin außen vor - lediglich die Kanadier bekommen eine Zusage für November. Einzig vertröstlich hierbei ist die überschaschend einheitliche Preisstruktur - 99 Cent pro Song. Damit zahlt man weiterhin auf der Insel die höchsten Preise. Und womit? Mit Recht ... äh ... Pfund.

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