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Neues Rücknahmesystem für Elektroschrott

02.03.2006 | 10:49 Uhr |

Ab 24. März dürfen auch Elektrokleingeräte nicht mehr über den Hausmüll entsorgt werden.

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Die Verbraucher müssen sich wegen des künftigen Rücknahmesystems für Elektroschrott auf höhere Kommunalgebühren und bei neuen Elektrogeräten Preisaufschläge der Hersteller einstellen. Diese gehen von insgesamt 350 Millionen bis 500 Millionen Euro Kosten bei der neuen Pflicht zur Entsorgung und Wiederverwertung solcher Altgeräte von der Waschmaschine bis zu Handy und Computermaus aus. Das teilten der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) und der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) am Mittwoch bei einer Expertentagung in Berlin mit.

Die Kommunen, die für die Bürger als Sammelstellen fungieren, nannten Aufwendungen von 300 Millionen Euro. «Diese Kosten müssen dann die Gebührenzahler übernehmen», sagte Gerd Landsberg, Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der dpa. «Das bedeutet 4 Euro pro Einwohner und Jahr.» Helge Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium erklärte dagegen, eigentlich müsse es zu Gebührensenkungen bei den Städten und Kreisen kommen. Diese sind bisher für die Verwertung von Elektroschrott zuständig, fungieren jetzt aber vorwiegend als Sammelstelle für die von der Industrie vorzunehmende Entsorgung.

Vom 24. März an dürfen die Verbraucher nach dem vor einem Jahr in Kraft getretenen Elektrogerätegesetz auch kleinere Elektrogeräte wie Handy, Föhn und Computer nicht mehr in den Hausmüll werfen. Vielmehr müssen sie ihn wie Großgeräte (Kühlschränke, Waschmaschinen) an ausgewiesenen Sammelstellen der Kommunen abliefern, was kostenlos erfolgen soll. Möglich ist auch, dass die Kommunen diesen Müll in getrennten Tonnen gegen Gebühren abholen. Davon ist nach Angaben des Gemeindebundes in den meisten Fällen nicht auszugehen. Vertreter der Industrie äußerten aber die Erwartung, dass zu einem großen Teil auch Händler bei Neugeschäften Altgeräte zurücknehmen. Auch sie können in Vertretung ihrer Privatkunden solche Geräte künftig bei den kommunalen Sammelstellen abliefern - aber nur mit akzeptablen Mengen unter Nachweis von Kundenaufträgen.

Alle Tagungsteilnehmer sprachen von einem Erfolg des nach vielen Jahren und unter Zeitdruck der EU zu Stande gekommenen Kompromisses zwischen Herstellern und Kommunen. Mit verstärkter Wiederverwertung werthaltiger Elektroteile aus Altgeräten - wie Gold, Platin und Silber - in künftigen Produktionen werde «Abfall» zum Rohstoff, betonte Wendenburg. Die Elektroindustrie erwartet, dass jährlich 1,1 Millionen Tonnen gebrauchter Geräte entsorgt werden. Zur Durchsetzung der neuen Ablieferungspflicht der Bürger sieht das Umweltbundesamt (UBA) jedoch kaum strafrechtliche Möglichkeiten. (dpa)

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