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Neues aus dem Leoparden-Käfig

27.02.2007 | 15:48 Uhr |

Ende März als Veröffentlichungszeitpunkt für das nächste Betriebssystem von Apple steht weiter hoch im Kurs. Doch ob Mac-OS X 10.5 aka Leopard diesen Termin, den fünften Geburtstag von Mac-OS X, einhalten wird, bleibt weiter offen.

Denn nach neuen Berichten zum aktuellen Entwickler-Build 9A343 ist längst noch nicht die Stabilität da, die sich der Endbenutzer von seiner neuen Raubkatze wünscht. Think Secret hat neue Screenshots veröffentlicht, die zeigen, dass die Entwicklung von Leopard voran schreitet: Neugestaltung der Systemeinstellung "Netzwerk" und des Terminal, neue Features der Kindersicherung, mehr Befehle im Finder und eine bessere Überwachung der Batterie in mobilen Macs.

Es wäre ja schön - und dem Geburtstagskind auch zu wünschen: Am 24. März 2001 veröffentlichte Apple die erste offizielle Version von Mac OS X mit dem Codenamen "Cheetah", ein halbes Jahr zuvor erschien die Public Beta. Genau fünf Jahre später wäre der ideale Zeitpunkt für das sechste Release - doch der einzige offizielle Hinweis von Apple selbst ist, dass die Markteinführung für die erste Hälfte 2007 geplant sei. Erst heute musste das Unternehmen einräumen, dass sich die Auslieferung der Set-Top-Box Apple-TV verschiebt: Sie war diese Woche für die Auslieferung vorgesehen, kommt nun aber drei Wochen später auf den Markt ( wir berichteten ). Zahlreiche Quellen im Netz spekulieren aber weiterhin auf einen Leopard-Start Ende März.  

Deutlich überarbeitet: Terminal 2.0

Das Dienstprogramm Terminal für die Direkteingabe von UNIX-Befehlen beherrscht nun das, was auch Safari kann: mehrere Sessions unter eigenen Tabs in einem einzigen Fenster zusammenfassen. Überarbeitet hat Apple auch die Voreinstellungen in Terminal 2.0 und spendiert dem Dienstprogramm ein Inspektoren-Fenster, wie man es auch aus den iWork- und einigen iLife-Programmen kennt.  

Finder: Änderungen im Detail

Für viele Anwender und Freunde von Tastaturbefehlen geht mit dem aktuellen Leopard-Build ein langer Traum in Erfüllung: Endlich können Elemente in einem Finder-Fenster per Tastenbefehl neu sortiert werden und alphabetisch oder nach Größe aufgelistet werden. Außerdem kann der Anwender die Warnmeldung beim Ändern von Datei-Suffixen abschalten.  

Batterie, wie geht es dir?

Bislang konnte Mac OS X Aussagen über den Ladestatus und die verbleibende Restarbeits- oder Restladezeit des Stromspenders mobiler Macs treffen. Leopard lernt dazu und zeigt in der Menüleiste 343an, wie "gut" es dem Akku insgesamt geht. Mehr Information zum Gesundheitsstatus des Akkus liefert der System Profiler, der auch die Anzahl der Ladezyklen ausliest und auf eine nötige Kalibrierung des Stromspenders hinweist.  

Bildschirmschoner mit Sicherheitsfeature

In alle Bildschirmschonermodule lässt sich die aktuelle Uhrzeit einbinden, bereits mit dem letzten Build sind weitere Module dazugekommen. Mit 9A343 ergänzt Apple das Angebot um das bonbonbunte Arabesque und einen Old-School-Style-Modul namens "Retro", der den Bildschirm wie einen Uralt-Fernseher aussehen lässt. Witzig wie nützlich könnte sich der neue Sreensaver "Security" erweisen: Er zeichnet bei Bewegung vor einer eingebauten oder angeschlossenen iSight Umgebungsbilder auf und gibt sie im Stil eines Überwachungsvideos auf dem Bildschirm aus.  

Kommunikation in neuem Outfit

Neben der Systemeinstellung für Bluetooth hat Apple auch das Einstellungsfenster für Netzwerkverbindungen komplett überarbeitet. Im Gegensatz zu Mac OS X 10.4 bleiben die vorhandenen Netzwerkschnittstellen stets auf der linken Seite des Fensters eingeblendet, während man rechten Hauptteil die grundlegenden Konfigurationsparameter findet. Die erweiterten Einstellungmöglichkeiten, etwa für IPv6, WINS für Windows-Netze oder Proxy-Server, stehen erst mit einem weiteren Klick auf die Schaltfläche für erweiterte Einstellungen zur Verfügung. Den abgebildeten Screenshots lassen sich übrigens keine Einstellungs- oder Aktivierungsmöglichkeiten für das veraltete AppleTalk-Netzwerkprotokoll mehr entnehmen, möglicherweise verabschiedet sich Apple von diesem auch wegen Sicherheitsproblemen nicht mehr aktuellen Protokoll - und stempelt damit einige noch funktionierende Laserdrucker zum alten Eisen.  

Kindersicherung - ferngesteuert

So mancher Sprössling mag es gar nicht witzig finden, wen sich der Admin-Papi an seinen Mac setzt und den Zugang zu bestimmten Webseiten oder die Benutzung des Macs zu später Stunde blockiert. Um den Familienfrieden und den Sicherheitswunsch der Eltern zu wahren, bekommt die Kindersicherung in Mac OS X 10.5 ein Fernsteuer-Feature. Es ermöglicht offenbar den Zugang zu dieser Systemeinstellung auf dem Mac im Kinderzimmer, ohne dass Tochter oder Sohn etwas spitzkriegen.  

Leopard auf der Zielgeraden

Das Arbeiten mit dem neuen Vorversion von Mac OS X 10.5, die Apple im Januar an seine Entwickler geschickt hatte, gestalte sich flüssiger, schreibt die Gerüchte-Seite Think Secret resümierend. Nur noch selten stoße der Benutzer auf ein zäh reagierendes System, gerade bei der Größenveränderung von Fenstern sei dies deutlich spürbar. Trotzdem hängen sich Programme auch im aktuellen OS-Build 9A343 noch auf und reißen zum Teil das System mit sich.

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