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Neues von Apples .mac

26.07.2002 | 14:47 Uhr |

Kaum hatte Steve Jobs die Umwandlung der iTools in einen kostenpflichtigen Dienst angekündigt, tauchte eine erste Sicherheitslücke auf. Apple hat diese bereits geschlossen und zudem neue Programme vorgestellt.

München/Macwelt - Letzte Woche hatte Steve Jobs mit der Umwandlung der kostenlosen iTools in einen kostenpflichtigen .Mac-Dienst einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Vielen Anwender schmerzt dabei vor allem der Verlust ihrer mac.com E-Mail-Adresse. Apple hatte zwar nie versprochen, sie immer kostenlos zur Verfügung zu stellen, die Koppelung der iTools an den Kauf eines neuen Macs und die Integrierung in das Betriebssystem hatten aber genau diesen Eindruck erweckt.
Eine letzte Woche gestartete Online-Petition hat inzwischen über 27 000 Unterschriften von Leuten gesammelt, die für die Beibehaltung der alten E-Mail-Adressen kämpfen. Wie viele Beschwerdemails bei Apple eingegangen sind, lässt sich nur erahnen.

Leider gibt es definitiv keine Alternativangebote von Apple, wie manche Online-Medien zuerst vermutet hatten: In 66 Tagen werden die etwa 2,2 Millionen alten iTools-Emailadressen ungültig, sofern sie ihre Eigner nicht im Rahmen eines vollständigen .Mac-Accounts neu beantragen. E-Mails gehen dann automatisch an den Absender zurück.

Viele Anwender haben bereits neue Adressen bei ihren Internetprovidern oder Freemailern wie Hotmail, Web.de oder GMX beantragt. Aber auch hier besteht keine Sicherheit für kostenloses E-Mailen. So schreibt Web.de in seinem aktuellen Geschäftsbericht, dass der Online-Dienst durch die Einführung von Bezahldiensten langsam seine Finanzen in den Griff bekomme. Wirft man, nervös geworden, einen Blick auf die AGB des Freemailers GMX, liest man dass dieser seine Verträge theoretisch mit vierwöchiger Frist kündigen könnte.

Kurz nach dem Start des neuen .mac-Dienstes gab es bereits ein erstes Sicherheitsleck, das Apple jedoch nach kurzer Zeit wieder stopfte. Die einzelnen E-Mails eines Webmail-Account konnten nämlich durch eine spezifische Internetadresse von jedermann gelesen werden. Der Aufruf eines Links in einer E-Mail hätte Spuren hinterlassen, mit denen man die Internetadresse der Apple-E-Mail herausbekommen könnte. Das Tempo, mit dem Cupertino diesen Fehler behoben hat, spricht zumindest für Apples guten Willen. Zusatzfunktionen und neue Programme sollen den Umstieg versüßen, die ersten der dazu nötigen Zusatzprogramme sind inzwischen verfügbar. Einfachen Zugriff auf die iDisk soll das neue Programm iDisk Utility ermöglichen, das auch einen Passwortschutz für den Public Folder einrichten lässt. Weitere Funktionen sind Informationen über den freien Speicherplatz und Zugriff auf den öffentlichen Bereich fremder iDisks. Mit dem Backup-Programm Backup 1.0 können Anwender ihre Daten automatisch mit ihrem .Mac-Account abgleichen. Das vor allem für Privatanwender gedachte Programm ist aber für Besitzer eines Probe-Accounts nur in Verbindung mit dem .Mac-Account nutzbar. Zahlende Anwender können ihr Programm auch zum Backup auf CD-RW oder DVD-R benutzen. Auffällig ist, dass die beiden Programme nur mit Mac-OS X funktionieren. Nutzer von Mac-OS 9, immer noch eindeutig in der Überzahl, bleiben außen vor.

Wie viele ehemalige iTools-Nutzer ihren automatisch umgewandelten Account zu einem kostenpflichtigen machen werden, ist aber fraglich. Etwa zehn Prozent der bisherigen Kunden sind wohl realistisch. Eins steht aber fest: nach diesem zu erwartenden Nutzerschwund können sich die verbleibenden .mac-Kunden über sprunghaft schnellere Dienste freuen. sw

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