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Neujahrsangriff auf Apple: Stillt Amazon die unerfüllten Wünsche?

21.12.2006 | 09:25 Uhr |

Mit einem perfiden Plan könnte Amazon versuchen, die Marktmacht des iTunes Music Stores zu brechen. Im ersten Quartal 2007 bereits soll der nach eigenen Angaben größte Onlinehändler für CDs einen Großangriff auf Apples Online-Plattenladen wagen.

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Gewinnen will er Gerüchten zufolge , indem er den Plattfirmen ihren größten Wunsch erfüllt, aber auch den größten Traum der Konsumenten wahr macht.

Amazon könnte lange darüber nachgedacht haben, wie man Apple am besten ein Schnippchen schlägt: Man verspricht seinen Kunden für einen neuen Download-Store, was sie schon immer haben wollten. Die Plattenfirmen wünschen sich von Apple variable Preisstrukturen, die Querelen zwischen deren Bossen und Apple-CEO Steve Jobs sind bekannt. Viele Musikkäufer hingegen fühlen sich vom Kopierschutz bedrängt, den Apple allen im iTS gekauften Titeln auferlegt. Amazons Wünschen zufolge sollen beide Einschränkungen fallen. Man stelle sich vor, man könnte seine gekauften Downloads auf allen Playern abspielen, nicht nur auf iPods. Man könnte sie auf unbeschränkt vielen Computern einsetzen und beliebig oft brennen. Viele Käufer wünschen sich das. Allerdings könnte man seine Downloads dann auch kurzerhand in P2P-Netzwerke einspeisen, befürchten die Plattenfirmen. Um sie dennoch vom Bereitstellen ungeschützter MP3-Dateien zu überzeugen, soll sich Amazon im Gegenzug bereit erklären wollen, im neuen Online-Store Musik zu variablen Preisen zu verkaufen. Dieses Modell würde dem Ansatz entsprechen, den die großen Musiklabels auch bei den CD-Preisen verfolgen: Neue Top-Acts sind teurer, ältere Produktionen gehen zum Schleuderpreis über den Ladentisch. Laut dem breit gestreuten Geücht, dessen Ursprung sich kaum mehr nachvollziehen lässt, soll Amazon den Plattfirmen bereits Verträge vorgelegt haben. Es gibt durchaus schon jetzt DRM-freie Projekte - vor allem die Independent-Labels bedienen damit einen kleinen Teil des Musikmarktes. Alle vier großen Musikfirmen in ein Boot zu bekommen dürfte allerdings schwer werden. Aber wer weiß schon, was ein Branchenriese wie Amazon alles auf die Beine stellt?

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