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Next Issue bringt Magazine-Flatrate-Abo auf das iPad

10.07.2012 | 16:10 Uhr |

Ähnlich wie im Zeitungskiosk bietet die neue App Next Issue mehrere bekannte US-Zeitschriften zum Download. Die Preispolitik unterscheidet sich aber – alle Ausgaben kann man in der App als Fratrate-Abo kaufen.

Zeitungskiosk auf dem iPad ist eine praktische Erweiterung seit iOS 5: Wie im iBookstore kann der Nutzer hier die beliebigen Magazine einzeln kaufen oder abonnieren. Die gekauften Ausgaben sind auch in der App gespeichert. Nun bekommt der Kiosk Konkurrenz direkt vom Verleger. Der Verleger-Verband in den USA Next Issue Media vertritt fünf große Verlagshäuser wie Condé Nast (Vogue, GQ, Glamour, Myself), Hearst (Cosmopolitan, Elle, Esquire, Harper’s Bazaar), Meredith, News Corp. (Daily Telegraph, The Daily, The Times, The Wall Street Journal) und Time Inc. (People, Time, Fortune). Die App Next Issue bietet derzeit ein Abo für 39 Zeitschriften. Für 10 US-Dollar pro Monat kann man die Zeitschriften mit täglicher Erscheinungsweise auf das eigene iPad herunterladen, für zusätzliche 5 US-Dollar bekommt der Leser noch fünf zusätzliche Wochen-Magazine. Derzeit ist die App Next Issue nur im US-App-Store zu haben. Im Unterschied zu dem nativen Zeitungskiosk des iOS fasst Next Issue alle Magazine in einer App mit der gleichen Benutzeroberfläche zusammen. Dagegen bietet die neue App keine automatischen Downloads im Hintergrund, falls bei einem abonnierten Magazin eine neue Ausgabe erscheint. Technisch sind solche Funktionalitäten für die Dritt-Hersteller-Apps möglich, Apple würde sie nicht in den App Store zulassen, da sie den Entwickler-Richtlinien widersprechen (2.11 Apple kann die Apps ablehnen, die bereits im App Store vorhandene Apps duplizieren).


Mit der Next Issue startet bereits der nächste Versuch der Verlagshäuser, mit dem iPad Gewinne zu erzielen. Noch vor seinem Verkaufsstart war Apples Tablet als Retter der Publish-Industrie hoch stilisiert. Analog zu dem boomenden App Store erhofften sich die Verleger breiteres und jüngeres Publikum sowie steigende Umsätze. Obwohl Apple mit iBookstore und später mit Zeitungskiosk die Richtung deutlich festgesetzt hat, beschwerten sich die meisten Verlage über den Kontrollwut bei der Prüfung von Inhalten und den 30 Prozenten des Preises, die Apple bei jedem Verkauf behält. Dazu war nicht jeder Start im iPad-Zeitungskiosk unbedingt erfolgreich. So musste Rupert Murdoch nach drei Monaten im Mai 2011 einräumen, dass die exklusive iPad-Zeitung The Daily von News Corp. zehn Millionen US-Dollar Verlust gemacht hatte, seitdem die Ausgabe im Zeitungskiosk im Februar 2011 startete. The Daily gehört auch zu der angebotenen Abo-Flatrate von Next Issue. Ob die Zeitung bei dem zweiten Anlauf erfolgreich wird, wird sich sicherlich bald zeigen. 

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