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Nicht fehlgeleitet, nur kopflos: Apertures Fall und Auferstehung

09.05.2006 | 10:43 Uhr |

Die Geschichte um die Geschichte Apertures gleicht mehr und mehr einer Posse. Begonnen hat alles mit einem Bericht der Gerüchteseite Think Secret, der etwas Unerhörtes zu Ohren gekommen war: Apple habe das Aperture-Team entlassen, die Zukunft der Software sei in Gefahr.

aperture 1.1
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Wie so oft muss diese Information zuvor durch viele Münder zu vielen Ohren gewandert sein, denn was am Ende herauskam, war nur noch ein Abglanz der Wahrheit - man erinnere sich an das Kinderspiel 'Stille Post'. Nachdem Apple letzte Woche den Fortbestand der Software nicht nur in Worten betont hat, sondern in Form einer Version 1.1.1 sogleich Taten folgen ließ, hat nun auch das Blog Daring Fireball nachgegraben und -gelegt: Unter seinen Quellen befindet sich auch ein Aperture-Entwickler, dem es nicht schmecken wollte, durch Gerüchteköche in Misskredit gebracht worden zu sein.

Und so soll es wirklich gewesen sein: Apple habe nur eine Person aus der Firma geworfen - und das sei der Manager, der für die Softwareentwicklung zuständig war. Der Projektmanager habe die Firma ebenfalls verlassen, als man ihn gezwungen habe, sich aus dem Aperture-Produktteam zurück zu ziehen. Von den Ingenieruren selbst aber sei im Rahmen einer tatsächlich stattgefundenen Umstrukturierung kein einziger entlassen worden. Alle seien freiwillig gegangen und arbeiteten nun in anderen Teams. Sie hätten alle keinen Spaß mehr an ihrer Arbeit gehabt, das Management sei zu schlecht gewesen.

Besonders ein Fehler habe zu Enttäuschungen im Aperture-Team geführt, die Manager des Projekts hätten eine goldene Regel nicht befolgt: "Wer Arbeitskraft zu einem Softwareprojekt hinzufügt, das sich bereits zu lange hinauszögert, schiebt das Ende noch weiter hinaus." Die Verantwortlichen für Apertures Entwicklung hätten dieses eherne Gesetz entweder nicht gekannt oder nicht befolgen wollen und das Entwicklungsteam in der Endphase innerhalb weniger Wochen von 20 auf 150 Leute aufgestockt. Als Apple auf Qualiätsprobleme stieß, die Veröffentlichung aber nicht weiter hinauszögern wollte, hätten auf einmal 100 Ingeniereure an der Fotoapplikation gearbeitet - mit den zu erwartetenden Folgen, Chaos brach aus. Dabei sollten die neu hinzugekommenen Entwickler nur die Auslieferung der ersten Version beschleunigen und nicht länger beim Aperture-Team bleiben; schließlich kamen sie aus der Entwicklung anderer Pro-Applikationen und sollten dorthin wohl auch wieder zurück.

Jetzt hat Aperture ein neues Team. Der normale Gang der Dinge sei wieder hergestellt, schreibt Daring Fireball, die Zukunft der Software aber nie in Frage gestanden. Denn schließlich sei das Team, das jetzt übrig ist, bereits zusammengestellt worden, bevor alle jetzt gegangenen Entwickler in andere Projekte gewechselt seien. Wie ein glühender Feurball steige es aus den Tiefen der Gerüchteöfen empor und leuchtet strahlend am Himmel der Wahrheit: Aperture war nie in Gefahr. Wenn es denn stimmt. (tw/ Macnews.de )

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