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Noch eine Pleite: Hermstedt AG meldet Insolvenz an

04.07.2007 | 17:44 Uhr |

ISDN am Mac war seit den späten 1980er Jahren gleichbedeutend mit den Leonardo-Produkten des deutschen Herstellers Hermstedt. Das IT-Traditionsunternehmen hat den DSL-Trend verschlafen und muss jetzt Insolvenz anmelden. Mitte Mai wies Vorstand Anette Hermstedt Gerüchte über die drohende Pleite noch weit von sich.

Bereits vor Wochen machten in der deutschen Mac-Szene Gerüchte über Liquiditätsprobleme bei Hermstedt die Runde. Doch dass es so schwarz für das Mannheimer IT-Traditionsunternehmen aussieht, wollten Marktkenner nicht so recht glauben. Gegenüber macnews.de versicherte Anette Hermstedt am 15 Mai noch, dass die Firma keine wesentlichen Finanzprobleme habe. Zwar sei das Geschäft mit Kommunikationsprodukten spürbar abgeflaut, aber mit dem HiFi-Multimedia-Server Hifidelio habe sich Hermstedt gut in einem Nischenmarkt positioniert. Diese Annahme der Firmenchefin selbst entsprach nicht der Wahrheit, denn bereits am 26. April hatte das Amtsgericht Mannheim Sicherungsmaßnahmen verfügt und die Firmenkonten eingefroren.

Am 1. Juli hat das Gericht wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung dann das Insolvenzverfahren eröffnet. Offenbar ist bei Hermstedt nicht mehr viel zu holen. Insolvenzverwalter Karl-Heinrich Lorenz hat Masseunzulässigkeit angezeigt: Damit erklärt der Insolvenzverwalter, dass offene Verbindlichkeiten des Unternehmens nur noch zum Teil befriedigt werden können. Mangels Masse könnte das gesamte Verfahren sogar eingestellt werden, die Gläubigerversammlung soll darüber am 24. September gehört werden. In den ertragsstarken Jahren hatte die Firma ihre Angestellten am Unternehmen beteiligt, diese Anteile dürften nun so gut wie wertlos sein. Heute ist ebenfalls das Insolvenzverfahren der Ragtime GmbH bekannt geworden, hier ist aber die Fortführung des Geschäftsbetriebs durch ein Management-Buy-out und die Gründung von Auffanggesellschaften offenbar gesichert.

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