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Nokia auf Einkaufstour: Symbian und Plazes

25.06.2008 | 10:04 Uhr |

Der finnische Hersteller von Mobiltelefonen will nun auch sein eigenes Betriebssystem haben und kündigt an, Symbian zu kaufen. Ganz für sich allein will Nokia das Betriebssystem aber nicht, sondern übergibt es anschließend an die Symbian Foundation. Perfekt ist dagegen ein anderes Geschäft: Das Berliner Softwareprojekt Plazes überwacht Freunde.

Symbian wird Open Source

Nokia besitzt mit 47 Prozent den größten Anteil am Betriebssystem-Lieferanten Symbian - nun will der Hersteller die Miteigentümer Ericsson, Panasonic, Samsung, Siemens und Sony Ericsson mit insgesamt 264 Millionen Euro ausbezahlen und die Software der Symbian Foundation übergeben, der auch Fujitsu, Orange, T-Mobile, AT&T und weitere Firmen angehören. Die Foundation kündigt heute auf einer Pressekonferenz in London an, Symbian innerhalb der nächsten zwei Jahre als Open Source unter einer Eclipse-Lizenz zu veröffentlichen. Dabei sollen die nächsten Versionen zur Nokia-eigenen S60-Oberfläche kompatibel bleiben. Auch andere Hersteller sagen ihre Unterstützung zu und wollen ihre Symbian-Entwicklungen der Foundation übergeben, wie zum Beispiel der größte japanische Mobilfunk-Provider und Verlierer im Kampf um das iPhone NTT Docomo. Der Schritt wird allgemein als Reaktion auf Googles Android und die Open Handset Alliance gewertet.

Plazes: Whrrl

Deutschland wandelt sich, statt Hardware kommt nun Software aus deutscher Produktion: Nokia kauft das Berliner Start-up Plazes . Die Software verbindet Geo- und Profil-Funktionen, Plazes-Anwender können in Echtzeit den Standort des anderen sehen. Whrrl von Pelago ( wir berichteten ), vom iFund unter eine finanzielle Dusche gestellt, erinnert an das Konzept. Plazes wurde bereits 2005 gegründet und kann mittlerweile 13 Mitarbeiter vorweisen. Die Übernahme soll bis zum dritten Quartal 2008 abgeschlossen sein.

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