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Analysten: Nokia-Patente könnten Apple eine Milliarde US-Dollar kosten

27.10.2009 | 07:15 Uhr |

Nokia will am iPhone mitverdienen, ordnen Marktbeobachter die Patentklage des finnischen Konzerns ein. Die Chancen auf Lizenzzahlungen stehen gar nicht schlecht.

Der Patentprozess, den der finnische Handy-Hersteller Nokia letzte Woche am US-Bezirksgericht in Delaware angestrengt hat, könnte Apple teuer zu stehen kommen, fürchten Analysten. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters rechnete Neil Mawston von Strategy Analytics mit einem Betrag irgendwo zwischen 200 Millionen und einer Milliarde US-Dollar, die Apple für die bisher 34 Millionen verkauften iPhones als Lizenzgebühren zahlen müsste. Charles King von Pund-IT rechnet gegenüber der New York Times genauer und schätzt, dass Nokia einen Anteil von 2 Prozent fordere, etwa 12 US-Dollar für jedes Gerät, gut 400 Millionen US-Dollar insgesamt. King hält Nokias Vorgehen für gerechtfertigt, der Konzern habe über Monate seine Ansprüche gegenüber Apple erklärt, aber keinerlei Reaktion erfahren, es bliebe nur noch ein Patentprozess übrig.

Nokia sieht durch das iPhone zehn seiner Patente um Sprachkodierung, drahtlose Datenübertragung, Verschlüsselung und Sicherheit verletzt, in den letzten zwei Jahrzehnten hat der Konzern nach eigenen Angaben rund 40 Milliarden Euro in die Entwicklung der Techniken gesteckt.

Apple werde es im Prozess schwer haben, die Vorwürfe Nokias zurück zu weisen, meint Ben Wood, Direktor der Marktforscher von CSS Insight, gegenüber Reuters. Es sei "fast unvorstellbar", dass der Späteinsteiger Apple es im Mobilfunkmarkt ohne die Nokia-Patente geschafft hätte. Auch andere Firmen würden nicht ohne Lizenzzahlungen an die Pioniere Nokia, Ericsson, Motorola und Qualcomm auskommen.

Den Zeitpunkt der Klage hingegen hält der Marktforscher Steven Nathasingh für wenig überraschend. Zuletzt hatte Nokia im Smartphonemarkt Anteile gelassen und war von 41 Prozent auf 35 Prozent zurückgefallen - zugunsten von Apple und des Blackberry-Herstellers RIM. Nokia suche mit der Patentklage gegen Apple nun neue Einnahmemöglichkeiten, vermutet auch Mawston.

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