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Nokia und Palm wollen gegen Microsoft aussagen

18.12.2001 | 00:00 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die neun US-Bundesstaaten, die das amerikanische Kartellverfahren gegen Microsoft fortsetzen, haben am vergangenen Freitag eine Liste der 14 Zeugen vor Gericht eingereicht, die im März 2002 im Sinne der Anklage aussagen werden. Zu ihnen gehören Manager des Handy-Herstellers Nokia, des Handheld-Anbieters Palm, des US-Carriers SBC Communications sowie des Settop-Boxen-Spezialisten Liberate Technologies. Auch Zeugen des ersten Kartellverfahrens von 1998 befinden sich auf der Liste, darunter AOL Time Warner, Sun Microsystems und Oracle. James Barksdale, Ex-Chef von Netscape Communications, und Steven McGeady, ehemals Vice President bei Intel, haben sich bereit erklärt, erneut vor Gericht zu erscheinen. Zudem werden Mathew Szulik, CEO von Red Hat, und Carl Ledbetter, CTO von Novell, gegen die Gates-Company aussagen.

In den Darlegungen der Zeugen dürfte es um vielfältige Aspekte rund um den Handy-, Handheld- und Server-Markt sowie Java gehen. Auf der Zeugenliste fehlen jedoch Vertreter der großen PC-Hersteller, die kaum eine andere Möglichkeit haben, als Microsofts Windows in Lizenz zu nehmen. Allerdings wird erwartet, dass einer der zwei AOL-Zeugen, der für die Produktstrategie verantwortliche Peter Ashkin, in Bezug auf Microsofts Strategien im PC-Markt aussagen wird. Ashkin war zuvor Senior Vice President bei dem Computerhersteller Gateway.

Die neun US-Bundesstaaten setzen sich dafür ein, dass Microsoft stärker bestraft wird, als es die außergerichtliche Einigung vorsieht, der das US-Justizministerium und neun andere US-Bundesstaaten zugestimmt haben. Die neun Staaten, die das Kartellverfahren weiter vor Gericht verfolgen, sind Connecticut, Florida, Iowa, Kalifornien, Kansas, Massachusetts, West Virginia, Utah und der District of Columbia. (ka)

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