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Normungs-Institut DIN unterstützt Dokumentenformat von Microsoft

23.08.2007 | 13:02 Uhr |

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) erkennt Open XML künftig als internationalen Standard an, wie der DIN-Verein am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Deutschland wird sich damit auch bei der Internationalen Organisation für Normung (ISO) für Microsofts Format stark machen. Befürworter von freier und offener Software hatten in den vergangenen Monaten versucht, eine ISO-Standardisierung von Open XML zu verhindern. Sie werfen dem Konzern vor, das Dokumentenformat diene nur dazu, Microsoft-Produkte als Standard in den Markt zu drängen. Stattdessen hatten sie das Alternativformat OpenDocument (ODF) befürwortet. Microsoft verspricht, dass Open XML als offener Standard den problemlosen Datenaustausch zwischen Büroanwendungspaketen ermöglicht. Der DIN-Verein betonte, mit der Zustimmung zu OpenXML habe man auch eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen abgegeben, die nun in den Normierungsprozess einfließen sollen. Microsoft begrüßte die Entscheidung des DIN: «Das Votum für Open XML und die konstruktiven Kommentare der Experten aus Industrie, Wissenschaft, öffentlichen Sektor und Politik bestärken uns darin, Open XML im Sinne unserer Kunden weiterzuentwickeln», sagte Michael Grözinger, Technologiechef von Microsoft Deutschland. Gerd Schürman, Leiter des Fraunhofer FOKUS eGovernment-Labor, sprach sich ebenfalls für das DIN-Votum aus: «Der nun einsetzende Standardisierungsprozess von Open XML als ISO- Standard wird dazu führen, dass sich beide Standards - Open XML und ODF 1.0 - technologisch weiterentwickeln.» Der Linux-Verband forderte «eine pragmatische Auseinandersetzung» in dem Formatstreit. «Ich befürchte, das wir uns auf mehrere Standards einrichten müssen und sollten», sagte der Verbandsvorsitzende Elmar Geese. Die deutsche Haltung bedeute sicherlich nicht, dass das Microsoft-Format den Weg zur ISO- Standardisierung bereits geschafft habe. «Dennoch halte es ich für wichtig, neben der Fundamentalopposition auch andere Wege aufzuzeigen, die den Anwendern Interoperabilität ermöglichen.» (dpa)

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