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Norton System Works 1.0

21.12.2000 | 00:00 Uhr |

Für die neue Programmsammlung von Symantec muss man zwar knapp 50 Mark mehr als für Techtool Pro 3.0 vom Erzkonkurrenten Micromat hinblättern, erhält dafür aber ein Vierer-Bündnis mit enormem Leistungsumfang: Neben Norton Utilities 6.0 und Norton Antivirus 7.0 besteht System Works noch aus der um die Netzwerkfähigkeit der "Desktop"-Version abgespeckten Backupsoftware Dantz Retrospect Express und dem Festplatten-Müllmann Aladdin Spring Cleaning. Macwelt hat sich die Kandidaten einzeln vorgenommen.

Norton Utilities 6.0

Optimieren und Wiederherstellen unter Mac-OS X Public Beta" müssen wir relativieren. Solange das Edel-Unix auf einem Volume mit dem Format HFS-Plus residiert, lässt es sich zwar tatsächlich wie vom knalligen Packungsaufdruck versprochen von der Start-CD aus optimieren und reparieren. Hat man bei der Beta-Installation die Option UFS (Unix File System) gewählt, stehen die neuesten Norton Utilities allerdings ratlos da. Sie finden das Volume erst gar nicht.

Abgesehen von diesem vorerst verzeihlichen Patzer hat Symantec bei seinen Ankündigungen Wort gehalten. Die Aktualisierungsautomatik Live Update, die auf Wunsch im Internet nach neuen Virendefinitionen und Programm-Updates sucht, arbeitet deutlich schneller. Während der träge Vorgänger von Version 5 für den Download einer Monatspackung Virenbeschreibungen selbst mit unserer 1-MBit-Leitung über eine Minute brauchte, vergehen jetzt nicht einmal mehr 10 Sekunden.

Auch die Reparatur- und Wartungsfunktionen innerhalb der Programmsammlung hat Symantec verbessert. So gehört der obligatorische Neustart nach der Reparatur jetzt der Vergangenheit an. Selbst wenn man das Verzeichnis des Startvolumes korrigiert hat, kann man ohne Unterbrechung weiter arbeiten. Die Applikation Volume Recover, mit der man versehentlich gelöschte oder defekte Platten wieder in einen früheren und möglicherweise reparaturfähigen Zustand versetzen können soll, bietet jetzt den Befehl "Verzeichnisse neu aufbauen". Er sucht sämtliche Blöcke des Laufwerks nach noch nicht wieder überschriebenen Spuren früherer Verzeichnisse ab. In unserem Test findet Volume Recover denn auch so einiges, was wir vor der Initialisierung auf einer Firewire-Zip-Diskette gespeichert hatten. Leider hatten wir die Wechselplatte nicht mit dem Dokumentationsprogramm File Saver überwacht, und so missglückt die Wiederherstellung trotz der porentiefen Inspektion.

Wer seine Festplatte frisieren will, konnte bisher zwischen verschiedenen Schemata wählen, nach denen Speed Disk beim Defragmentieren vorgeht. So ließ sich beispielsweise möglichst viel zusammenhängender Platz schaffen oder der Zugriff auf häufig benutzte Dateien beschleunigen. Neuerdings kann man diese Optionen sogar selbst verfeinern und über den Speed Disk Profileditor den vorkommenden Dateitypen eine Ablagereihenfolge zuweisen. Leider gelingt es uns mit dieser Methode nicht, die schnellen, vorderen Bereiche unserer Testplatte komplett freizuräumen, um uns so beispielsweise ein Volume für Digitalvideoanwendungen zu basteln. Speed Disk besteht darauf, vor den ungenutzten Platz zumindest die System-, Schreibtisch und Programmdateien zu legen.

Dass das Symantec-Paradeprogramm jetzt auch die Schreibtischdatei verwalten kann, ist zu begrüßen. Konkurrent Techtool beherrscht dies schließlich sogar in der kostenlosen Light-Version schon seit langem. Während jedoch das Micromat-Produkt Sicherungskopien von aktuellen Desktop-Files erstellt, damit man notfalls darauf zurück greifen kann, nimmt einem Norton Utilities allein das Drücken der Tastenkombination Befehl-Wahltaste beim Neustart ab. Auch bei Techtools Funktionen zum Zurücksetzen und Wiederherstellen des Parameter-RAM kann das Programm nicht mithalten. Die Reparaturanleitung des Handbuchs gibt lediglich einen Hinweis darauf, wie man den PRAM per Start-Tastenkombination "zappt".

Norton Antivirus 7.0

Das Schwesterprogramm der Utilities liegt ebenfalls in einer neuen Version vor. Zwar ist es derzeit für die Praxis noch wenig relevant, dass Norton Antivirus 7.0 ebenfalls Mac-OS-X-tauglich ist. Aber dass Symantec das Programm auf E-Mail-Anhänge abgerichtet hat, erweist sich als hilfreich. Die neue Version sucht bei der Installation nach vorhandenen Mail-Clients und erklärt deren Download-Ordner zur Quarantänezone. Dabei kann es mit allen gängigen Programmen von Lotus Notes bis Powermail umgehen.

Sollte der eigene E-Mail-Client nicht unter den offiziell unterstützten Programmen sein, muss man die automatische Prüfung von Anhängen mit einem Trick einschalten. Man wählt in den Voreinstellungen des Programms den Bereich "Sicherheitszonen" und fügt dort den Ordner, in dem Internet- und Mail-Downloads landen hinzu.

Als wir versuchen, einen über Outlook Express auf die Platte geschleusten und mit über 20 Viren durchseuchten Ordner zu entpacken, schreit Antivirus Zeter und Mordio und deaktiviert alle infizierten Dateien. Weitere Neuheiten sind Virenerkennung- und Reparatur in geöffneten Dateien, die Prüfung per Finder-Kontextmenü und die oben beschriebene Live-Update-Verbesserung.

Retrospect Express 4.3

Mit jeder neuen Versionsnummer bekommen Retrospect-Besitzer mehr Auswahlmöglichkeiten für Backup-Geräte. In Version 4.3 hat Dantz Treiber für neue Bandlaufwerke und CD-Rekorder hinzugefügt und obendrein Toast 4.1.x angezapft: Wer die Recordingsoftware hat, macht Retrospect zu vielen USB- oder Firewire-Geräten kompatibel. Die Dantz-Software nutzt dazu die SDAP-Treiber von Toast (Shared Device Access Protocol), die anderen Programmen kompatible Brenner zur Verfügung stellen. SDAP hat Apple zusammen mit Dantz und Adaptec entwickelt.
Neue Funktionen gibt es vor allem im Bereich Netzwerk-Backup. Die Dantz-CDs enthalten sowohl Mac- als auch Windows-Software, und Lizenznummern kann man plattformunabhängig vergeben. Von Rechnern, die in über Gateways angeschlossenen Netzwerken arbeiten, muss man nun nicht mehr die TCP/IP-Adresse kennen. Nennt man Adresse und Maske des Teilnetzes, spürt Retrospect dortige Client-Rechner auf.
Erneut nimmt Dantz einige leidige Umbenennungen vor: Retrospect bekommt den Zusatz Desktop Backup, und das Netzwerk-Backup-Kit heißt jetzt Workgroup Backup. Aus Storage Sets wurden Backup Sets und aus Voll-Backups Recycling-Backups. Kritische Daten kann Retrospect jetzt mit dem 56-Bit-Schlüssel DES kodieren. Und wer auf Festplatten sichert, darf unter Mac-OS 9 und mit HFS+-Volumes auch mehr als 2 GB auf einmal speichern.
Mac-OS X ist Retrospect fremd. Classic-Programme können die Firewire-Dienste noch nicht voll nutzen, so dass Retrospect Laufwerke nicht fand. Auch hatte es unter Classic Probleme mit dem Mac-OS-X- Dateisystem und meldete Schäden am Festplattenverzeichnis. Will man also Mac-OS-X-Daten sichern, muss man unter Mac-OS 9 starten. Doch auch hier gibt es eine Einschränkung: Retrospect kann komplette Volumes duplizieren, aber nur unter Verlust der Bootfähigkeit wiederherstellen.

Aladdin Spring Cleaning 3.5

Die deutsche Version des Entsorgungsprogrammes, die ihr Debüt in Norton System Works feiert, hilft die Festplatte aufzuräumen und verwaiste Daten zu ermitteln, doch ganz automatisch erledigt es den Hausputz nicht. Hat man das Programm auf die Suche geschickt, listet es die gefundenen Objekte in einem Fenster auf. Dort legt man dann manuell fest, was mit ihnen geschehen soll. Man kann einzelne, mehrere oder alle gefundenen Dateien in den Papierkorb befördern, in andere Ordner verschieben oder kopieren, wobei Spring Clea-ning sie auf Wunsch auch komprimiert und als Stuffit-Archiv ablegt. Das Programm führt über alle Aktionen Buch und stellt den alten Zustand anhand dieser Informationen wieder her - es sei denn, man hat die Dateien gelöscht.
Spring Cleaning sucht nach Dateitypen, doppelten Dateien, leeren Ordnern, Hilfsdateien sowie Dateien, für die es auf der Festplatte kein Programm mehr gibt, das sie öffnen könnte. Auch die Voreinstellungsdateien gelöschter Programme sowie Schriften außerhalb des Zeichensatzordners entgehen seinem scharfen Auge nicht. Darüber hinaus lässt sich nach Alias-Dateien ohne Bezug und nach Cache-Dateien von Browsern fahnden oder nach allen zu einem Programm gehörenden Dateien, was die Deinstallation erleichtert.
Um die Suche einzuschränken, gibt es allgemeine Voreinstellungen sowie für manche Suchvorgänge spezielle Vorgaben. Zusätzlich kann man einzelne Ordner von der Suche ausnehmen. Das ist beispielsweise bei der Suche nach Cache-Dateien des Internet Explorer angebracht, damit Spring Cleaning nicht die im Album abgelegten Web-Seiten auflistet, die man normalerweise nicht löschen will. Das mitgelieferte Programm iClean, das nur nach Cache-Dateien, Cookies und verwaisten Alias-Dateien sucht, bietet diese Voreinstellungen nicht.
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Fazit

System Works enthält alles Notwendige, um seine Dateien sauber zu halten und Katastrophen vorzubeugen. Zwar kommt man kaum noch zum Arbeiten, wenn man sämtliche Prüf-, Optimierungs-, Rettungs- und Backup-Automatismen der System-Works-Mitglieder einschaltet. Aber gezielte Einsätze von Norton Utilities, regelmäßige Retrospect-Backups, ein vernünftiges Maß an Virenschutz und ein alljährliches Großreinemachen mit Spring Cleaning - dann kann praktisch nichts mehr passieren. th/lf

Info:

Norton Utilities, Norton Antivirus, Norton System Works:
Symantec Telefon (D) 0 69/66 41 03 00 und (D) 0 69/66 41 03 10, Internet www.symantec.de , Preise: System Works DM 299, Euro 153, S 2099, sfr 259, Norton Utilities 6.0 DM 199, Euro 102, S 1390, sfr 179 (Update DM 129, Euro 66, S 900, sfr 119), Norton Antivirus 7.0 DM 149, Euro 77, S 1049, sfr 119 (Update DM 99, Euro 51, S 690, sfr 79), Verfügbarkeit: ab sofort

Dantz Retrospect Express:
Dantz, Internet: www.dantz.com , Innotech Telefon (D) 0 70 31/7 56 10 Internet www.innotech-soft.com , Preis: DM 130, Euro 67, S 1000, sfr 115

Aladdin Spring Cleaning:
Aladdin, Internet: www.aladdinsys.com, Innotech Telefon (D) 0 70 31/7 56 10 Internet www.innotech-soft.com , Preis: DM 100, Euro 52, S 750, sfr 90 (nur englische Version)

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