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Nothing else matters

17.10.2003 | 14:55 Uhr |

Apples zweiter Software-Vorstoß in die Windows-Welt nimmt Apple-Anwender ein kleines Stück Exklusivität. Als rundum stimmiges Musiktools soll iTunes für Windows das Projekt "Music Store" in die ganze Welt tragen.

Zwilling: iTunes hat in der Windows-Version alles, was es auf dem Mac zu einem hervorragenden Tool macht.
Vergrößern Zwilling: iTunes hat in der Windows-Version alles, was es auf dem Mac zu einem hervorragenden Tool macht.
© 2015

Es ist immer wieder ein Genuss, wenn sich ein hartnäckig haltendes Gerücht schließlich bewahrheitet. Beispielsweise das jahrelange Hin und Her, ob George Lucas nun wirklich einen vierten Teil von "Indiana Jones" aus dem Ärmel zieht. Und wo er gerade dabei ist, könnte er so langsam auch mal die Star-Wars-Episoden IV bis VI (mit Mark "Luke Skywalker" Hamill) als DVD-Sammlung in den freien Handel bringen. Steve Jobs teilt mit George Lucas ein Schicksal: Er hat besonders praktische und hübsche Produkte zu bieten, und viele Leute wünschen sich diese Produkte auf einem anderen Medium. Seit Monaten kursierten die Gerüchte über eine Windows-Version von iTunes durch das Internet, angeheizt von einer Stellenausschreibung seitens Apple. Programmierer für Windows-Projekte gesucht - aus solchen Informationen lassen sich vorzüglich Gerüchte schmieden. Dass iTunes nun ungewöhnlich schnell den Sprung auf Microsofts Windows geschafft hat, ist sicherlich auch Apples Music Store zu verdanken. Bei den Lizenzverhandlungen mit den großen Plattenfirmen musste Steve Jobs seinen Vertragspartner mit Sicherheit eine größere Zielgruppe versprechen, als es der kleine Marktanteil von Apple überhaupt zulässt.

Mission accomplished

Billy-Boy goes shopping: So sieht der Music Store unter Windows aus. Zumindest die Demo-Version für Nicht-US-Bürger.
Vergrößern Billy-Boy goes shopping: So sieht der Music Store unter Windows aus. Zumindest die Demo-Version für Nicht-US-Bürger.
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Damit Windows-Benutzer iTunes benutzen können, müssen diese erst einmal über die Apple-Webseite den Download einer 20-MB-Datei anstoßen. In diesem Paket ist neben iTunes in der Version 4.1 auch eine Aktualisierung von Quick Time enthalten (Version 6.4), die das Abspielen von Musikstücken im AAC-Format (Advanced Audio Codec) ermöglicht. Nach der kurzen Installation und einem Neustart des Rechners, der entweder mit Windows 2000 oder Windows XP laufen muss, steht dem Eintritt in den Music Store nichts mehr im Wege. Und tatsächlich: iTunes für Windows ist eine exakte Kopie der Version 4.1 des Mac-Pendants. Alle Menüs sind am selben Platz, haben den gleichen Namen, bieten die gleichen Funktionen. Sogar das direkte Brennen von Audio-, MP3- oder Daten-CDs ist im Windows-iTunes kein Problem. Auf dem Mac greift Apple auf die Mac-OS-interne "Disc Burner"-Engine zurück, in Microsofts Welt bemüht Apple eine lizenzierte Technik von Gear Software. Diese Firma aus dem US-Bundesstaat Florida fristet mit den eigenen Produkten in der Windows-Ecke eher ein Schattendasein, gegen den Platzhirschen Nero Burning Rom von Ahead Software ist in diesem Umfeld aber ohnehin kein Kraut gewachsen. Trotz allem funktioniert das Brennen von Audio-Datenträgern in der Windows-Version ebenso spektakulär einfach wie auf dem Mac. Da muss sich selbst der Windows Media Player von Windows geschlagen geben, der den User mit mehreren Dialogen und einem fordernden Fenster-Layout zum Nachdenken und ziellosen Herumprobieren herausfordert.

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