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Novamedia bringt Fone Link

29.05.2007 | 16:51 Uhr |

Vom Mobiltelefon zum Mac und zurück: Alles unter einem Dach.

Datenaustausch und Backup, Organizer und mobile Unterhaltung: Die Kommunikation zwischen Mac und Mobiltelefon wird einfacher. Heute hat Nova Media aus Berlin eine neue Software vorgestellt, die in ihrer Art einzigartig ist. FoneLink liefert unter einem Dach für all jene Probleme im Alltag eines Handy-Liebhabers die Lösung, und lässt die zum Teil mäßigen Mac OS X-Bordmittel oder speziellen Tools deutlich hinter sich. 30 Euro kostet das Programm, das ab heute auch als Demo ausprobiert werden kann.

FoneLink stellt keinen iSync-Ersatz dar. Wer mit seinem mobilen Endgerät Termine, Adressen und Telefonnummern auch unterwegs bearbeiten und mit dem Mac abgleichen will, kommt - vorerst jedenfalls - um ein kompatibles Handy und die Lösung von Apple oder Zusatzsoftware eines Drittanbieters nicht herum. Zwar besitzt FoneLink als Modul einen Organizer, der dient aber eher dem bequemen Editieren und Sichern dieser Daten. Drag-and-drop zwischen Appels Adressbuch hingegen unterstützt die neue Software von Nova Media, über einen Umweg können auch Kalenderereignisse aus iCal übernommen werden.  

Alles unter einem Dach

Ziel von FoneLink ist vielmehr der einfache Dateiaustausch insbesondere für die Anwender, die auf dem Mac das Dienstprogramm "Bluetooth Datenaustausch" noch nicht kennen gelernt haben oder am notwendigen Pairing zwischen Mac und Telefon scheitern. Einfach heißt hier, dass der Dateizugriff im Programm Finder-like gestaltet ist - so heißt das entsprechende Modul dann auch "Mobile Finder". Für die Übertragung von Medieninhalten, also MP3-Dateien, Fotos und Filmen, gibt es als weiteres Modul das "MediaCenter". Auch hier unterstützt FoneLink das direkte Drag-and-Drop etwa aus iTunes oder iPhoto, elegant steht ein eigener Medienbrowser wie aus iLife-Programmen zur Verfügung, der den Start der entsprechenden Mac-Programme obsolet macht. Bei der ersten Verwendung legt das Tool ein komplettes Backup des Telefonspeichers und einer eventuellen Zusatzkarte an, diese Datensammlung dient FoneLink fortan als Basis. Die Übertragung zum und vom Mac funktioniert entweder über USB oder Bluetooth, wobei beide Standards relativ wenig Bandbreite für große Datenmengen bieten - Hi-Speed-USB sucht man an Handys größtenteils vergebens. Ein eigener Bluetooth-Assistent sorgt ohne die Hilfe von Mac OS X für Funk-Kontakt. Wegen der zumeist niedrigen Bandbreite muss sich der Anwender auf relativ lange Ladezeiten zwischen Mac und Telefon einstellen, die Nova-Media-Entwickler nutzen daher die Datenbasis des Backups: Auch "offline", also ohne angeschlossenes Telefon, können Dateitransfer und Löschvorgänge vorbereitet werden. Ist das Handy dann verbunden, werden die Änderungen automatisch übertragen.  

Musik, Bilder und Filme: Mundgerecht dem Handy serviert

Über eine simple 1:1-Übertragung gehen die Möglichkeiten von FoneLink aber hinaus. 75 Telefonmodelle der Hersteller Nokia, Sony Ericsson und Motorola kann die Software bereits ansprechen und jedes Telefon mit seinen Features und Fähigkeiten ist in einer Programm-eigenen Datenbank erfasst. Beherrscht Modell X etwa die Wiedergabe von AAC-Dateien, dann kann FoneLink eine qualitativ hochwertige, aber speicherfressende MP3-Datei vom Mac in ein schlankes AAC überführen. Unterstützt Modell Y die Wiedergabe von VGA-Videos, dann bietet FoneLink neben dem Standard-Winz-Format 3gpp auch 640 x 480 Bildpunkte an. Die Dateien werden typgerecht vom Programm konvertiert, in die Datenbasis gesichert und beim nächsten Kontakt mit dem Handy via USB oder Bluetooth übertragen. Das können übrigens auch selbst geschnittene Klingeltöne sein: Ein kleiner Editor beschneidet MP3s und AACs und schickt sie dann zum Telefon. Ähnlich intelligent gelöste Transfers gelten auch für Bildmaterial. So elegant, wie FoneLink die Medienverwaltung inklusive .m3u-Playlist-Unterstützung gelöst hat, so beschnitten sind aber die Möglichkeiten des schnellen Dateitransfers via USB und Funk. Für große Speichermengen wie die vier Gigabyte im Handy des Redakteurs braucht FoneLink Stunden, wenn nicht gar Tage. Die Idee eines Beta-Testers, Speicherkarten aus dem Handy über ein schnelles, externes Kartenlesegerät auszulesen und zu bestücken, wollen die Entwickler bei Nova Media in Kürze realisieren. Überhaupt verspricht die Firma aus Berlin einen schnellen Updatezyklus: Mindestens im Monatstakt soll FoneLink neue Handys ansprechen. Early Adopters können über das Extra-Tool "Phone Inspector" ihr brandneues Handy überprüfen lassen und diese Daten an Nova Media senden. "Das ist ein Verfahren, mit dem wir schon gute Erfahrungen gesammelt haben bei unserem Kommunikationsprogramm launch2net für Datenkarten und Handys", erklärt Volker Kohl, Geschäftsführer von Nova Media. "Der Kunde bekommt innerhalb weniger Tage für seine aktive Mitarbeit von uns eine kompatible Version und wir können relativ zügig das neue Modell in ein offizielles Update einpflegen."  

Auf Nummer sicher: Backup und Datenmigration

Die am Mac gesammelte Datenbasis dient wie bereits angesprochen als Backup, das Modul "Time Tunnel" sorgt - vergleichbar mit Time Machine im kommenden Mac OS X 10.5 - für automatische Backups: Bei jeder neuen Verbindung überprüft FoneLink das Telefon auf geänderte oder neu hinzugefügte Dateien und speichert zum Beispiel neue Bilder aus der Handykamera ab. Der Anwender kann sein Telefon auch auf den Stand eines früheren Backups zurücksetzen. Mehr noch: Er kann Time Tunnel sogar als Migrationshilfe nutzen, wenn er auf ein neues Modell umsteigt. Alle Dateien, einschließlich Lesezeichen, Notizen und Themes können übertragen werden, wobei dies am besten gelingen soll, wenn man keinen Herstellerwechsel macht, sondern "seiner" Marke treu bleibt. Hier wollen die Entwickler die Möglichkeiten ebenfalls ausbauen, zielt man doch auch auf iPhone-Käufer ab, die ihre Daten vom bisherigen Handy ohne großen Aufwand übertragen wollen. FoneLink ist eine Universal Binary und benötigt das derzeit aktuelle Mac OS X 10.4.9. Das Programm ist deutsch und englisch lokalisiert, Französisch soll als nächste Sprache folgen. Welche Sprache auf dem Handy genutzt wird, ist dem Tool für 29,95 Euro egal. Auf den Herstellerseiten ist ab sofort eine eingeschränkte Demo-Version zu bekommen.

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