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November: Anhörung der Bundesnetzagentur zum Routerzwang

18.10.2013 | 07:30 Uhr |

Die Bundesnetzagentur hat für den 6. November eine Anhörung zum so genannten Netzabschlusspunkt angesetzt. Diese Diskussion ist sowohl für Endkunden als auch Hersteller von Routern wie AVM wichtig.

Wo genau endet die Zuständigkeit des DSL-Anbieters, und ab wann darf der Kunde selbst entscheiden, welche Geräte er für den Netzzugang will? Während lange Zeit die TAE-Buchse der Telekom oder ein DSL-Splitter als Endpunkt galten und der Nutzer daran seine eigenen Geräte wie Router anderer Marken wie AVM (Fritzbox) oder Netgear und andere anschließen durfte, hat die Bundesnetzagentur im Januar dieses Jahres entschieden, dass die Netzbetreiber nicht zur Nennung von Zugangskennungen und Passwörtern verpflichtet seien. Die Bundesnetzagentur habe keine rechtliche Handhabe gegen den Routerzwang einzelner Netzbetreiber. Der Gesetzgeber habe nämlich nicht eindeutig definiert, an welchem Punkt das DSL-Netz in einem Haushalt endet. Aus diesem Grund sei die Entscheidung dem jeweiligen Netzbetreiber zu überlassen. Die Bundesnetzagentur lehnte somit ihre Zuständigkeit ab.

Damit ist aber der Betrieb anderer als der vom Provider zur Verfügung gestellten Endgeräte praktisch unmöglich. Während Anbieter wie die Telekom zwar standardmäßig Speedport-Geräte zum Anschluss mitliefern und auch nur dafür echten Support bieten, kann man beim ehemaligen Monopolisten dennoch immerhin selbst gekaufte Geräte verwenden – die Telekom gibt nämlich ihren Kunden sämtliche Zugangsdaten bekannt. Einen solchen Service findet man bei vielen anderen Providern nicht oder nur sehr eingeschränkt auf Nachfrage und mit Zusatzkosten verbunden. Einen ausführlichen Überblick zur recht komplexen Rechts- und Argumentationslage geben beispielsweise unsere Kollegen vom Ct-Magazin im Artikel ” Providers Freud ” von Reiko Kaps.

AVM weist nun auf die bevorstehende Anhörungder Bundesnetzagentur zum Routerzwang hin . Der Hersteller von Breitband-Endgeräten begrüßt in seiner Pressemitteilung, dass die Bundesnetzagentur dafür Verbraucher, Anwender, Verbände und Industrie bis zum 6. November um ihre Stellungnahmen bittet. Den jetzt von der Bundesnetzagentur vorgeschlagenen Netzabschlussgeräten als Alternative zur TAE-Dose (Telefondose) steht AVM demnach aber äußerst kritisch gegenüber: Das bisher größte Erfolgsmodell des liberalisierten Telekommunikationsmarkts, nämlich die Einstufung der TAE als einheitlicher Netzabschlusspunkt, werde dadurch in Frage gestellt.

Die 24 Millionen Haushalte mit DSL-Anschlüssen haben laut AVM bislang vom freien Wettbewerb und den daraus entstandenen Innovationen profitiert. Sollte die freie Endgerätewahl in Zukunft nicht mehr möglich sein, befürchtet der Hersteller, dass Wettbewerb und Innovationen im Festnetz auf der Strecke bleiben. Offen spezifizierte Schnittstellen zu Netzen und freier Wettbewerb seien auch im Mobilfunk der Motor für Innovationen wie beispielsweise Smartphones.

AVM fordert von der Bundesnetzagentur daher eine Entscheidung, die den Anforderungen eines freien Telekommunikationsendgerätemarktes gerecht werden solle. Auch zukünftig müsse ein fairer Wettbewerb möglich sein, der den Verbrauchern die Freiheit bei der Wahl des Endgerätes gewährleistet. Noch bis zum 6. November können auch alle interessierten Bürger dazu Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur abgeben. In der Mitteilung 398/2013 hat die Bundesnetzagentur hierfür Unterlagenbereitgestellt .

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