930424

November: Europa, wir kommen

01.01.2005 | 10:00 Uhr |

Europas erster Apple-Store öffnet in London +++ Mozilla vs. Microsoft: Firefox jagt Explorer +++ Cherry OS: Bleibt der Mac-Emulator ein frommer Wunsch? +++ "Phishing": Der Passwort-Klau geht um

Glück in Tüten: Welcome to Europe - Kilometerlange Schlange bei der Eröffnung des Apple Stores in London am 20. November

Was verleitet einen Menschen dazu, um die halbe Welt zu reisen, um dann über 25 Stunden vor einer geschlossenen Ladentür zu verharren? Die Fassade eines 1898 erbauten Backsteinhauses? Das Gemeinschaftserlebnis einer anderthalb Kilometer langen Schlange? Die Aussicht, auf Londons feinster Einkaufsmeile mit Zelt und Schlafsack zu campen - und den Übernachtungspreisen in der Hauptstadt des Empire ein Schnippchen zu schlagen? Um so genügende Liquidität für das heiß begehrte Schnäppchen zu haben? Über 5000 neugierige Apple-Enthusiasten zählt die britische Polizei am Samstag Vormittag (20.11.) auf der Regent Street, bereits am frühen Morgen um fünf Uhr erreicht die Menge der Wartenden die Zahl 400.

Auf die "lucky bags", die Überraschungstüten, haben es die Ersten in der Schlange abgesehen, deren Inhalt einen Wert von über 700 Pfund Sterling (ca. 1000 Euro) haben sollte, mit 249 Pfund aber nahezu verschleudert wird. Die Zahl der Glückstüten war auf 300 beschränkt - und viele in der Schlange hofften auf einen iPod. Entsprechend euphorisiert ist die Stimmung vor Ladenöffnung: Die Mitarbeiter des Stores flanieren an der Schlange vorbei und lassen sich mit "High Fives" abklatschen, bedanken sich kurz vor Shop-Eröffnung um zehn Uhr dann mit einem Tänzchen im Foyer für die begeisterte Begrüßung.
Campen auf der Regent Street
Um ganz vorne dabei zu sein, haben sich die harten Fans mit Schlafsäcken und - wie Gennaro Alfano und Grazia Fonti aus Italien - sogar mit Zelten versorgt. Die Reihe der Wartenden führt der 19-jährige Stormy Shippy aus Dallas/Texas an, für ihn seine dritte Apple-Store-Eröffnung. Direkt hinter ihm Devin (17) mit Vater Garry Allen, die sich beide trotz der kalten Londoner Nacht begeistert über die Architektur des Stores zeigen: "Das zeigt, wie gut sich Apple an die spezifischen Bedürfnisse in anderen Ländern anpassen kann." Die Allens, in Kalifornien zu Hause, haben bereits mehrere Store-Eröffnungen miterlebt und sind mittlerweile Profis auf diesem sehr speziellen Feld. Einheimische sind in der fröstelnden Schlange seltener anzutreffen, als man erwarten könnte: Kevin Wun lebt in London und will seinen "Respekt" und seine "Liebe" zu Apple dokumentieren. Bei den Eröffnungen in San Francisco und Tokio war er bereits dabei, die an seinem Wohnort - und die Party in der Schlange - will der 22-Jährige natürlich nicht verpassen.

An Position 6 wartet Matt Duffy, der 34-Jährige aus der Nähe von Glasgow gibt gegenüber der BBC kurz vor zehn Uhr zu Protokoll, gegenüber Apple "so loyal wie nur möglich"zu sein und wartet nun auf den Countdown zur Shoperöffnung: "Apple zu folgen ist fürwahr ein Fulltimejob!"

0 Kommentare zu diesem Artikel
930424