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Nummer Neun: Die Zukunft von iOS

15.01.2015 | 11:23 Uhr |

Obwohl Apple noch eine Weile mit Fehlerkorrekturen von iOS 8 beschäftigt ist, arbeitet das Unternehmen schon jetzt an den Grundzügen von iOS 9

Apple hatte sich mit iOS 8 viel vorgenommen, vielleicht sogar etwas zu viel. Ganz neue Frameworks wie Healthkit und Homekit, dazu erstmals iOS-Erweiterungen und neue Cloud-Dienste, alles gleichzeitig. Einige dieser neuen iOS-Dienste sind noch nicht ganz ausgereift und erfordern Nacharbeiten. Es ist noch nicht klar, worauf Apple 2015 den Schwerpunkt legen wird. iOS 7 war vor allem ein neues Design, iOS 8 brachte dann etliche neue Funktionen für Entwickler und Nutzer auf das iPhone. Wir fassen die Aufgaben zusammen, die Apple mit iOS aktuell noch vor sich hat.

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Anpassungen für das iPhone 6 und iPad Plus

Mit den neuen iPhones hat Apple die bisherige Politik verlassen, die Nutzeroberfläche auf das Pixel genau an die Bildschirme der jeweils aktuellen iPhones anzupassen. Vor allem das iPhone 6 Plus geht schließlich schon in Richtung iPad und hat als erstes iPhone einen systemweiten Quermodus. Sollte 2015 tatsächlich noch ein größeres „iPad Plus“ erscheinen (siehe Seite 24), wäre dieses abermals eine Baustelle für neue, angepasste Nutzeroberflächen.

Mit iOS 8 ist Apple bereits dazu übergegangen, dass App-Entwickler dynamische Oberflächen bauen können, die je nach Gerät etwas anders aufgebaut sind. Das kann beispielsweise ein Menü sein, das nur auf großen iOS-Geräten eingeblendet wird, auf kleineren jedoch nicht. Bisher mussten die Entwickler die Oberfläche für jedes Gerät einzeln exakt festlegen. Das hatte zur Folge, dass eine App nicht nur eine, sondern vier oder mehr Nutzeroberflächen enthalten musste – passend für jede iOS-Auflösung. Apple hat zwar einige eigene Apps bereits für das iPhone 6 Plus angepasst, besonders Drittanbieter haben hier jedoch noch viel zu lernen und müssen clevere Wege finden, den zusätzlichen Platz auf dem Bildschirm und die neue Queransicht des iPhone 6 Plus produktiv zu nutzen.

Weil viele Bedienelemente traditionell am oberen Bildschirmrand sitzen, musste Apple den Einhandmodus erfinden, bei dem das Bild ein Stück nach unten rutscht.
Vergrößern Weil viele Bedienelemente traditionell am oberen Bildschirmrand sitzen, musste Apple den Einhandmodus erfinden, bei dem das Bild ein Stück nach unten rutscht.

Mit dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus stellt Apple zudem die traditionellen Designrichtlinien für iOS-Apps ein Stück weit in Frage. Ein Knopf „Zurück“ sollte bisher immer oben links positioniert sein – auf dem riesigen iPhone 6 Plus ist das nicht ideal, denn das macht immer eine zweite Hand oder den behelfsmäßigen „Einhandmodus“ nötig.

Ein noch größeres iPad, wie es immer wieder spekuliert wird, wäre eine weitere große Herausforderung an Software-Entwickler. Denn mit einer Bildschirmgröße von vermuteten 12 Zoll würde sich das XL-iPad auf Laptop-Niveau bewegen und die klassischen Regeln für minimalistische Touch-Oberflächen verlieren an Bedeutung. Apps für ein solches Profi-Tablet dürfen komplexere Oberflächen haben: mehr Spalten und Schaltflächen auf einmal. Sowohl Apple als auch Drittentwickler müssten die Usability-Regeln für iOS dann noch einmal ganz neu überdenken.

Hallo Apple Watch!

Die Hardware-Plattform der Apple Watch steht, jetzt kommt die vielleicht noch größere Aufgabe: Die Software und die Zusammenarbeit mit dem iPhone. Denn wie Apple bereits verraten hat, basieren viele Funktionen der Watch auf einem komplexen Gebilde: Sehr viele Berechnungen muss das iPhone erledigen und deren Ergebnisse an die Watch senden. Dazu muss die Apple Watch fest in iOS eingebunden sein. Auch die App-Entwickler, die auf der Apple Watch auftauchen wollen, müssen ihre Apps anfassen.

Denn Drittanbieter-Apps auf der Watch funktionieren ganz ähnlich wie iOS-Erweiterungen: Die Watch-Funktionen werden als Teil einer iOS-App mitinstalliert. Wir gehen davon aus, dass Apple die Drittanbieter auf der kommenden Entwicklerkonferenz WWDC intensiv schulen wird, wie sie richtig für die Apple Watch programmieren können und die Sensoren der Uhr auf clevere Art nutzen. Schon jetzt gibt es die passenden Entwickler-Tools für die Apple Watch. Mit iOS 8.2 wird das iPhone im Frühjahr die nötige Software für die Watch erhalten.

NFC für alle?

Bisher nutzt Apple den NFC-Chip im iPhone 6 nur für Apple Pay. Das könnte sich ändern. Dann dürften auch Drittanbieter den Chip für Nahfeld-Funktionen verwenden. Apple würde dies sicherlich – alleine aus Sicherheitsgründen – limitieren, aber schon bei Touch ID hat das Unternehmen gezeigt, dass aus einer zunächst reinen Apple-Funktion schnell eine Anwendung für alle Apps werden kann.

Einzige Anwendung für NFC ist aktuell Apple Pay.
Vergrößern Einzige Anwendung für NFC ist aktuell Apple Pay.

NFC könnte schließlich auch für viele andere Funktionen nützlich sein, zum Beispiel für elektronische Türschlösser und nicht zuletzt auch als schneller Verbindungshelfer für viele Bluetooth-Geräte.

Besseres iCloud

Mit iOS 8 hat Apple viele Aspekte des iCloud-Abgleichs komplett neu erfunden. Beispiele dafür sind die iCloud-Fotomediathek als Ersatz für Fotostream und iCloud Drive als Nachfolger des bisherigen Dokumentenabgleichs. Hier bleibt noch einiges zu tun. Denn unter iOS 8 gibt es noch keine zentrale Möglichkeit, die in der Cloud gespeicherten Dateien zu durchstöbern. Anders als am Mac, wo das virtuelle iCloud-Laufwerk im Finder zu sehen ist, gibt es von iOS aus keinen direkten Zugriff darauf. Hier fehlt noch eine System-App, die das jetzige Prinzip ersetzt, dass wir nur über den Dialog „Öffnen“ in iCloud-fähigen Apps einen Blick in iCloud Drive erhaschen dürfen. Einer unserer Wünsche an iOS 9 ist deshalb eine zentrale und übergreifende App für iCloud Drive.

Wir erwarten zudem, dass Apple die neuen Varianten der Sync-Funktionen, iCloud Drive und die Fotomediathek obligatorisch machen wird und die Vorgänger abschaltet. Dazu muss das Unternehmen jedoch eine Lösung für Nutzer finden, die nicht auf allen Geräten das aktuelle iOS nutzen (können).

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