Von Peter Müller - 03.06.2008, 13:10

Nvidia tritt mit Tegra gegen Intels Atom an

Der Grafikkartenspezialist Nvidia hat gestern die Prozessorplattform Tegra vorgestellt, mit dem das Unternehmen im Markt für Chips für mobile Internet-Geräte (MIDs) gegen Intel mit seiner Centrino-Atom-Plattform konkurrieren will.
Die Tegra-Prozessoren sind im Kern ARM-Chips, und sollen laut Nvidias Produktmanager Michael Rayfield wie "ein kompletter Computer auf einem Chip" gestaltet sein: "Es hat CPU, Grafik, GPU, all das für mobile Internet-Geräte nötige Imaging und Peripherei-Unterstützung." Die damit versorgten Geräte sollen durch lange Batterielaufzeiten hervorstechen, dürfen dabei aber beim Web-Surfen, Musik abspielen und der Bearbeitung von Dateien keine Abstriche machen, schwärmt Rayfield von Tegra.
Die Tegra-Chips werden in zunächst drei Varianten auf den Markt kommen, als Tegra 650 mit 800 MHz Prozessortakt und Tegra 600 mit 700 MHz, dazu kommt der APX-2500-Prozessor, den Nvidia schon für Mobiltelefone im ersten Halbjahr vorgestellt hatte. Den Tegra-Chips gemein ist der ARM11-Prozessorkern, ein Geforce-Grafik-Kern, ein High-Definition-Video-Decoder und weitere Komponenten für Spezialaufgaben.
Als Beispiele für die Kompaktheit der Plattform zeigte Nvidia einen Eee PC von Asustek, dem das Motherboard entfernt wurde. Im derart entstandenen Leerraum hatte der 43-Quadratmillimeter große Tegra-Chip noch viel Platz um sich herum gelassen, laut Nvidia benötigte die Anordnung nur noch einen Akku, um wieder funktionstüchtig zu sein.
Der ARM-Kern versteht jedoch die für x86-Chips geschriebenen Befehle nicht, Software müsste an den Chip angepasst werden. ARM-Chips haben in den letzten Jahren aber weite Verbreitung in mobilen Geräten gefunden, etwa im iPod Touch oder dem Nokia N800, den Paradebeispielen für die von Intel definierten MIDs.
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