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Nvidias kleine Revolution

21.11.2002 | 10:32 Uhr |

600 Euro, ein exorbitanter Lüfter, 125 Millionen Transistoren, 500 MHz Chiptakt - das ist Nvidias neue Grafikkartengeneration. Und was ist mit Apple?

NV30 - das ist jetzt nicht mehr so geheime Waffe, mit dem die Technikgurus von Nvidia Anfang kommenden Jahres zum Sturm auf ATIs Radeon 9700 blasen. Auf dem Papier macht die Hardware einen sehr guten Eindruck: 125 Millionen Transistoren stecken im Grafikchip NV30, der mit 500 MHz eine sehr hohe Taktfrequenz hat und daher auch nach einer starken Kühlung verlangt. Beim Fertigungsverfahren setzt Nvidia bereits auf die Strom sparende 0,13-Mikrometer-Technik, die Motorola beispielsweise erst für die kommenden G5-CPUs der 85xx-Reihe in der Roadmap vorsieht. Als Speicherschnittstelle setzt die Grafikchipschmiede auf schnelle DDR2-Bausteine, die an den NV30 mit bis zu 1 GHz Daten austauschen. Optimal bedient eine Geforce-FX-Karte einen Rechner im achtfachen AGP-Modus bei dem bis zu 2 Gbyte an Informationen pro Sekunde an per Northbridge an Hauptspeicher- und prozessor durchreicht.

Was macht man mit solch einer Rechenleistung? Zum Beispiel aufwändige Grafikdemos: Während der offiziellen Präsentation des NV30 demonstrierten Nvidia-Techniker eindrucksvoll, was eine Karte mit Geforce FX leisten kann: Von der hochauflösenden Waldfee über einen tanzenden Oger (frappierende Ähnlichkeit mit Dreamworks' Shrek) bis hin zu einer Zeitreise, die an einem Auto vorbei geht.

So was hat die Welt auf einem PC noch nicht gesehen, auf einem Mac leider auch nicht. Solche speziellen Demos spiegeln natürlich nicht die Realität wieder, deswegen freuen sich Spielernaturen auf Grafikhits wie Unreal 2, Command & Conquer: Generals den digitalen Agententhriller Splinter Cell aus der Feder von Tom Clancy.

Ab Januar sollen erste Geforce-FX-Karten in hohen Stückzahlen auf den Markt kommen. Anfangs kostet so viel Fortschritt allerdings noch richtig Geld: 600 Euro will der Händler des eigenen Vertrauens für High-Tech aus dem Hause Nvidia sehen. Darüber, ob es wie schon bei der Geforce 4 technisch und vor allem preislich unterschiedliche Ausbaustufen für die Geforce FX gibt, ist in den Managerabteilungen bei Nvidia noch keine Entscheidung gefallen. Als einzigen OEM (Original Equipment Manufacturer, Hersteller von Komplettsystemen) nennt Nvidia derzeit übrigens nur Fujitsu Siemens - noch ist Apple nicht offiziell in diesen Kreis vorgestoßen. Aber die Chancen für das Duett NV30 und IBM PowerPC 970/Motorola G5 stehen gut: Mit den neuen Prozessoren für aktuelle Desktops wird Apple auch am Mainboard-Design einige Anpassungen vornehmen müssen - und kann bei dieser Gelegenheit gleich einen AGP-8x-Slot vorsehen. Somit wäre der Weg frei für den Einsatz von Geforce-FX-Karten. Wir rechnen mit einer entsprechenden Ankündigung von Steve Jobs persönlich bereits Anfang Januar in der Keynote zur Macworld Expo in San Francisco. ds

Waldfee Dawn ist bis in letzte Detail äußerst hübsch in Szene gesetzt. Besonders beeindruckend sind die lebensecht wirkenden halbtransparenten Flügel.


Chrom sah auf einem Monitor noch nie so schön aus - eine kleine Zeitreise verwandelt den Oldtimer in Echtzeit in sprichwörtliche Rostlaube.

Mac-User freuen sich auf Unreal Tournament 2003, PC-Spieler lechzen nach dem Einspieler-Erlebnis Unreal 2.

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