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O'Reilly: Finanzkrise ist gut fürs Web 2.0

23.10.2008 | 15:50 Uhr |

Der bekannte US-Verleger Tim O'Reilly sieht in der Finanzkrise eine Chance. Sie könnte den Internetmarkt bereinigen.

In Berlin sprach Tim O'Reilly über die Folgen der Finanzkrise auf neue Unternehmen im so genannten Web 2.0. Er hofft auf neue Chancen: "Viele Kapitalgeber fördern Nachahmer-Produkte. Wir brauchen aber nicht noch eine Suchmaschine, noch ein soziales Online-Netzwerk", so der Verleger auf der Web 2.0 Expo in der Hauptstadt. Zwar blieben auch Start-Ups mit guten Ideen auf der Strecke, wenn Risikokapitalgeber den Feldhahn zudrehten; eine Konzentration sei früher oder später jedoch allen jungen Branchen zu beobachten.

"Die Krise wird den Prozess nur beschleunigen." Dennoch glaubt O'Reilly, dass es weiterhin Innovationen geben wird. "Aber die Kapitalgeber werden ihr Geld rationaler verteilen", glaubt der Internetexperte. Von Werbefinanzierten Angeboten hält er angesichts der sich anbahnenden Werbeflaute wenig. Dazu müsse man riesige Nutzerzahlen gewinnen. Er setzt auf mobile Dienste sowie Softwareanwendungen über das Internet, wie beispielsweise die Google-Büroprogramme.

Tim O'Reilly hofft, dass Barrack Obama der nächste US-Präsident wird. Er erwartet sich von Obama, dass die IT-Branche unter ihm mehr im Blickfeld der Politik stehe. O'Reilly ist Gründer eines IT-Verlages und Softwareentwickler. Er gilt als der Erfinder des Begriffes "Web 2.0".

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