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O2-Mutterkonzern Telefonica kauft E-Plus

23.07.2013 | 12:57 Uhr |

Über mehrere Jahre haben die Telefonica Deutschland (O2) und der niederländische Provider KPN immer wieder erfolglos über eine Übernahme oder eine Kooperation verhandelt, nun ist der Deal fix.

Aus der bisherigen KPN-Tochter E-Plus und O2 soll der nach Kunden zweitgrößte europäische Mobilfunkanbieter werden. Darauf haben sich die Muttergesellschaften Telefonica S.A. und die niederländische KPN geeinigt. Im offiziellen Unternehmensblog des spanischen Mobilfunkproviders Telefonica, zu dem die deutsche Tochter Telefonica Deutschland mit O2 gehört, heißt es zum Volumen der Transaktion, dass der neue Konzern mit insgesamt 43 Millionen Mobilfunkkunden und einem gemeinsamen Umsatz von knapp 8,6 Milliarden Euro eine neue Marktführerschaft in Deutschland begründen soll – T-Mobile kommt derzeit auf 36,6 Millionen Kunden, Vodafone auf 33,9 Millionen.

Diese Akquisition lässt sich KPN von Telefonica teuer bezahlen: knapp 5 Milliarden Euro werden direkt in die Niederlande fließen. Ergänzt wird der Deal durch einen Anteil in Aktien an dem neuen Konzern von 17,6 Prozent. Sollten die niederländischen und deutschen Aufsichtsbehörden zustimmen, kann die Transaktion nach Angaben von Telefonica bis Mitte 2014 abgeschlossen sein.

Beide Anbieter hinkten mit Ihren rund 20 Millionen Kunden den Konkurrenten Vodafone und Telekom weit hinterher, mussten aber dennoch die vollen Kosten für den Unterhalt ihrer Mobilfunknetze und Infrastruktur stemmen. So erscheint die kommende Fusion als logischer Schritt. In der Pressemitteilung hießt es hierzu: "Creating a leading, sustainable and innovative Digital Telco focusing on mobile data and LTE development in Germany is a natural strategic step for Telefónica." (Es ist für uns der strategisch logischste nächste Schritt, eine in Deutschland führende, nachhaltige und innovative Mobilfunkgesellschaft zu schaffen, deren Fokus auf dem mobilen Datennetz und dem weiteren Ausbau der LTE-Verfügbarkeit fußt.). Durch Synergien sollen nach eigenen Angaben etwa 5 bis 5,5 Milliarden Euro eingespart werden.

Welche unmittelbaren Auswirkungen die Fusion auf das operative Geschäft der beiden Wettbewerber haben wird (Name des neuen Unternehmens, Shops, weitere Strategie für die Discount-Marke Fonic), ist derzeit noch unklar.

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