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O2 setzt auf Telefónica: Start des DSL-Geschäfts steht bevor

16.10.2006 | 12:17 Uhr |

Der Mobilfunkbetreiber O2 will mit einem starken DSL-Netz im Rücken den Markt für den schnellen Internetzugang aufmischen. «Wir werden uns mittelfristig zu einem integrierten Telekommunikationsanbieter entwickeln», sagte O2-Chef Rudolf Gröger in einem dpa-Gespräch.

Seinen Kunden will das zur spanischen Telefónica gehörende Unternehmen alles aus einer Hand bieten: Mobilfunk, Festnetz und Internet. Inzwischen habe O2 mit ihrer Tochterfirma Telefónica Deutschland hinter der Telekom das zweitgrößte DSL-Netz aufgebaut. Mit derzeit 1500 Hauptverteilern (HTV) komme das Unternehmen auf eine Netzabdeckung von 40 Prozent. Nur die Kölner QSC kommt auf eine ähnliche Größenordnung. Im kommenden Jahr sollen die Zahlen auf 2400 HTV beziehungsweise 60 Prozent hoch gehen. Doch O2 ist mit seinen DSL-Angeboten unter den Mobilfunkbetreibern nicht allein. Auch die Marktführer Vodafone und T-Mobile wollen mit integrierten Angeboten ihre Kunden halten und sich neue Geschäfte erschließen. In zwei Wochen startet O2 sein DSL-Geschäft. In den vergangenen Wochen hätten mehr als 40 000 Kunden ihr Interesse an dem neuen Produkt gezeigt, sagte Gröger weiter.

«Das Kerngeschäft von O2 wird aber weiterhin der Mobilfunk bleiben», betonte der Manager. Den Einstieg in das neue Geschäftsfeld begründete er unter anderem mit der zunehmenden Marktsättigung im klassischen Mobilfunk. Dabei seien es vor allem die Discounter gewesen, die einen dramatischen Preissturz in der Branche ausgelöst hätten. Sinkende Preise bedeuteten aber nicht, dass entsprechend mehr telefoniert werde. Gröger: «So entsteht ein Druck auf die Marge». Als noch dramatischer bewertete der Manager, dass viele Kunden inzwischen ihre SIM-Karten gegen SIM-Karten von Discounter wechselten und diese in die subventionierten Handy einsetzten. Die Umsätze blieben aus und «ich bleibe auf den Akquisitionskosten sitzen», sagte Gröger. Auch sinkende Terminierungsentgelte drücken auf die Geschäfte der Mobilfunker. Anfang November wird die Bundesnetzagentur über die Höhe der Preise entscheiden, die die Betreiber für die Durchleitung vor allem von Festnetzgesprächen durch die Mobilfunknetze verlangen dürfen. Dennoch zeigte sich Gröger zufrieden über den Geschäftsverlauf von O2. «Wir werden in diesem Jahr um die zehn Prozent beim Umsatz wachsen, das ist im Vergleich zum Branchentrend sehr gut». Aber es seien heute nicht mehr 25 Prozent. «Der Mobilfunk ist ein reifer Markt geworden». dpa

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