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Apple zieht iOS-Entwickler für OS X 10.10 ab

06.05.2014 | 10:00 Uhr |

Während Apples WWDC-Fokus 2013 voll und ganz auf iOS 7 gerichtet war und Entwickler von OS X am Finish des mobilen OS arbeiten mussten, dreht Apple 2014 den Spieß um – das Ziel: die pünktliche Fertigstellung des Redesigns von OS X 10.10 zur WWDC.

Vergangene Woche wurde bekannt , dass Apple heuer OS X wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf der Entwicklerkonferenz WWDC einräumen will, als das noch im vergangenen Jahr der Fall war – 2013 stand nämlich OS X Mavericks klar im Schatten des tiefgreifenden Redesings, das Apple  seinen Mobile-Devices mit iOS 7 spendiert hat. Dieser Spieß soll sich auf der diesjährigen WWDC, von der wir vor Ort berichten werden, umdrehen und Apples Desktop-Betriebssystem in den Mittelpunkt stellen.

Damit OS X 10.10, das unter dem Codenamen „Syrah“ entwickelt wird, pünktlich zur Präsentation ins Beta-Stadium übergehen kann, hat Apple iOS-UI-Entwickler von deren iOS-8-Projekten abgezogen, um den OS-X-Kollegen bei der Fertigstellung der optischen Veränderungen unter die Arme zu greifen. Und die sollen anders als bei OS X Mavericks, wo Apple lediglich geringfügige optische Veränderungen an wenigen System-Apps wie dem Kalender vorgenommen hat, tiefgreifend ausfallen.

OS X 10.10 soll laut Apple-internen Quellen einige grafische Anleihen von iOS 7 enthalten, beispielsweise ähnliche, systemweit eingesetzte Schaltflächen, weniger abgerundete Fenster, neue Dock-Icons sowie mehr Weißraum und eine leichtere Systemschrift. Blickt man auf das Vorjahr und die Veränderungen an iOS zurück, machen diese Schritte aus Apples Sicht Sinn, denn so ließen sich die optischen Unterschiede zwischen den Systemen minimieren – ohne parallel an der Art und Weise, wie man mit OS X arbeitet, zu rütteln.

Im Klartext: Die Aussagen der Apple-Executives, OS X und iOS würden nicht zu einem „Eins-für-Alles“-System verschmelzen, gelten weiter, denn: Dock, Menüleiste oder Finder werden dem Bericht zufolge auch weiter Ihren Platz in OS X haben. Auch wenn Optik und Features der beiden Systeme sich weiter annähern dürfte, wird dies aller Vorsicht nach in erster Linie zum Zweck der Annäherung geschehen, beispielsweise um komfortableren Datenaustauschs zwischen den Systemen via Airdrop zu ermöglichen oder iCloud-Funktionen tiefer zu integrieren.

Während nach Cabernet (so lautete der Codename von OS X Mavericks) nun also Syrah auf uns zukommt, dürfen wir munter weiter über den Retail-Namen, der seit Mavericks einen inspirierenden Ort in Kalifornien beinhalten soll, spekulieren. Nach der zu erwartenden Präsentation des Nachfolgers von OS X Mavericks auf der WWDC 2014 dürfte es dann im Herbst mit einem finalen Release von OS X 10.10 soweit sein.

15.04.2014: Arbeitet Ive an radikalem Redesign von OS X?

Dass OS X Mavericks (10.9) in der zweiten Jahreshälfte 2014 einen Nachfolger bekommen wird, gilt als sicher. Apples Desktop-OS könnte dabei die tiefgreifendste optische Neuausrichtung seit der Einführung von Mac-OS X vor über 13 Jahren erfahren.

Während es Federighi und Co. bei OS X Mavericks primär um Leistungsverbesserungen im Code-Unterbau von OS X ging, könnte sich mit OS X 10.10, das intern den Projektnamen „Syrah“ trägt, erstmals seit längerer Zeit Grundlegendes an der Benutzeroberfläche verändern. Ob der Neuanstrich dabei derart tiefgreifend und radikal ausfällt wie das bei iOS 7 der Fall war, oder Apple eher mit dem feinen Pinsel an Details arbeitet, werden wir ab dem 2. Juni 2014 auf der WWDC in San Francisco sehen.

OS X im Rampenlicht

Im letzten Jahr – so zumindest unser Eindruck – stand die Präsentation von OS X Mavericks klar im Schatten von Jony Ives radikalem Redesign von iOS. Diese Gewichtung könnte sich in diesem Jahr umdrehen. Während die Änderungen an OS X mit Mavericks eher „unter der Hube“ stattfanden und die Leistung, Grafikperformance und Akkulaufzeit verbessern sollten, dürfte es bei OS X 10.10 etwas aggressiver an die Benutzeroberfläche gehen.

Glaubt man den nicht näher genannten Quellen des US-Blogs 9to5Mac , ist Apples Design-Chef Ive gerade mit der Neugestaltung von OS X betraut – ein Umbau, der als „beträchtlich“ bezeichnet wird. Was immer „beträchtlich“ für das fertige Produkt auch bedeuten mag: Apple scheint sich vom bisher vorherrschenden Mix aus skeuomorpistischen Elementen (Gamecenter, Photobooth) und „flachen“ App-Designs wie im OS-X-Kalender zu verabschieden und auf einen einheitlichen Look setzten zu wollen.

Flach, aber kein zweites iOS

Wir gehen derzeit davon aus, das Apple die optische Überarbeitung mit Rücksicht auf die besonderen Anforderungen einer Desktop-Plattform sehr vorsichtig vornehmen wird. Gut vorstellbar ist beispielsweise, dass Schaltflächen im Finder, Dock-Icons und die Systemschrift in einer iOS-7-ähnlichen Optik daherkommen werden.

Ebenfalls möglich: Apples Sprachassistent Siri, der mit iOS 7 erstmals das Beta-Stadium verlassen hat, könnte als nächstes iOS-Feature „Back to the Mac“ gelangen. Einen radikalen Umbruch der Art, wie man mit OS X arbeitet, erwarten wir aber nicht. Dafür haben sich Craig Federighi und Phil Schiller im Gespräch mit unseren US-Kollegen von Macworld zu deutlich gegen eine Fusion der beiden Systeme ausgesprochen.

So könnte Syrah am Ende aussehen: Icons und Schrift erinnern an iOS 7, genauso wie die Transparenzeffekte.
Vergrößern So könnte Syrah am Ende aussehen: Icons und Schrift erinnern an iOS 7, genauso wie die Transparenzeffekte.

Einschätzung

OS X 10.10 kommt. Ob Apple die Nummerierung fortsetzt oder sich eine neue Zählweise ausdenkt ist dabei genauso Spekulation wie der endgültige Name. In der Redaktion reichen die Tipps von OS X Golden Gate (Florian Kurzmaier) bis OS X Napa Valley (Peter Müller). Ob das fortschrittlichste Computerbetriebssystem der Welt möglicherweise als OS X Alcatraz noch sicherer wird? Man wird es spätestens auf der Keynote am Abend des 2. Juni 2014 wissen.

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