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OS X 10.10 und Windows 10: Konkurrenz bei Betriebssystemen

23.01.2015 | 13:05 Uhr |

Microsoft gibt Windows 10 gratis her - so wie auch Apple seine Betriebssysteme. Es bestehen aber weiterhin große Unterschiede.

Apple geht in vielen Dingen neue Wege, von denen auch Windows-Benutzer zukünftig mit Windows 10 profitieren werden, da Microsoft viele Apple-Ideen in Windows integriert hat. Umgekehrt könnte auch Apple für Mac OS/iOS von Windows 10 etwas lernen und das eigene Betriebssystem OS X Yosemite verbessern. Wir durchleuchten dazu einige Punkte, die dabei eine Rolle spielen.

Windows 10 erhält kostenlose Updates wie iOS und Mac OS X

Der augenscheinlichste Punkt, bei dem sich Microsoft von Apple hat inspirieren lassen, ist das Konzept, regelmäßig neue Updates für das Betriebssystem zur Verfügung zu stellen, ohne ständig neue und kostenpflichtige Hauptversionen zu veröffentlichen. Was mit Windows 8 und 8.1 begonnen wurde, will Microsoft mit Windows 10 ausbauen. Monatlich sollen Aktualisierungen des Betriebssystems erscheinen, die neue Funktionen bringen und nichts kosten. Administratoren und Anwender können selbst entscheiden, ob und wann diese Erweiterungen installiert werden sollen.

Einheitlicher App-Store und Lizenzen für Unternehmen

Microsoft will jetzt einen einzigen App-Store zur Verfügung stellen, also für mobile Geräte mit Windows Phone wie für Desktop-PCs. Unternehmen sollen für den App-Store eigene Unternehmens-Lizenzen kaufen können und eigene Apps im Store zur Verfügung stellen. Das ist eine klare Inspiration von Apple, denn hier gibt es spezielle Verträge und Apps für Unternehmen schon lange.

PC Welt: Alle Fragen und Antworten zu Windows 10

Beim App-Store hat Microsoft langsam aber sicher die Nase vorn. Zwar gibt es noch nicht so viele Apps wie für Apple-Geräte, die wichtigsten sind jedoch mittlerweile vertreten und Microsoft holt auf. Da es nur einen einheitlichen Store geben wird, laufen Windows-10-Apps auf PCs, Notebooks, Smartphones und Tablets. Es gibt keine verschiedenen Versionen, wie bei OS X oder iOS. Angesichts des seit seinem Start vor vier Jahren vor sich hin dümpelnden Mac App Stores hat das Microsoft-Konzept sicherlich Potenzial.

Microsoft hat ein einheitliches Betriebsystem – Apple noch nicht

Mit Windows 10 soll es ein einheitliches Betriebssystem für alle Geräte geben. Apps und Anwendungen sollen auf allen Geräten laufen. Microsoft will keine verschiedenen Versionen für Smartphones, Tablets, PCs, Industrie-PCs, Smartphones oder Spezialgeräten mehr veröffentlichen. Überall soll Windows 10 laufen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Entwickler, Administratoren und andere IT-Profis haben es zukünftig einfacher, Anwendungen zu entwickeln und zu verwalten. Anwender arbeiten überall mit der gleichen Oberfläche und den gleichen Werkzeugen.

Hier setzt Apple auf ein anderes Konzept. Auf den meisten Endgeräten läuft mittlerweile iOS, auf Desktops und Notebooks müssen Anwender OS X verwenden. Zwar lassen sich die Systeme ähnlich bedienen, sind aber dennoch unterschiedlich und bieten verschiedene Möglichkeiten. Auch wenn Funktionen wie das Nachrichtencenter und die Widgets von Drittherstellern jetzt auch in OS X integriert sind, kostet die parallele Welt deutlich mehr Entwicklerressourcen.

Ob die neue Strategie auch wirklich funktioniert, muss Microsoft erst zeigen. Apple beweist seit langem, wie eng iOS und OS X zusammenarbeiten können. Microsoft kündigt in diesem Bereich aber sehr umfassende Funktionen und eine ähnlich enge Zusammenarbeit von mobilen Endgeräten und PCs an. Wenn ein Anwender zu Beispiel auf dem Desktop seines PCs eine Benachrichtigung löscht, wird diese auch auf dem Smartphone entfernt. Das funktioniert natürlich auch in umgekehrter Richtung. Das Nachrichtencenter der beiden Systeme lässt sich jetzt also synchronisieren.

Wo Microsoft in Windows 10 die Nase vorne hat, sind die Möglichkeiten im Nachrichtencenter. Diese ist in Windows 10 wesentlich interaktiver und übersichtlicher gestaltet als in OS X . Außerdem lassen sich mehr Einstellungen vornehmen und miteinander abgleichen.

Office jetzt in Windows integriert und bessere Systemeinstellungen

Auf jedem neuen Mac mit OS X sind Pages, Numbers und Keynote vorinstalliert. Die Office-Anwendungen stehen also allen Anwendern kostenlos zur Verfügung. Auch hier hat sich Microsoft von Apple inspirieren lassen. In Windows 10 wird eine eingeschränkte Version der wichtigsten Office-Programme vorinstalliert und steht kostenlos zur Verfügung. Durch die einheitliche Plattform, gilt dies auch für Tablets und Smartphones ab 8 Zoll Bildschirmdiagonale.

Systemeinstellungen werden jetzt auf PCs und mobilen Geräten einheitlich in einer gemeinsamen App eingestellt. Verwirrende und unübersichtliche Menüs wie in Windows 8.1 mit den Systemeinstellungen und der Systemsteuerung gehören der Vergangenheit an. Apple bietet eine zentrale Stelle für Systemeinstellungen schon länger.

Fazit

Sieht man sich Windows 10 an, erhält man schnell den Eindruck, dass Microsoft sich an sehr vielen Stellen von Apple inspirieren lässt. Die Redmonder kupfern die Funktionen aber nicht nur ab, sondern verbessern diese und verbinden sie mit den Vorteilen von Windows. Dadurch erhalten Windows-Anwender nicht nur eine schlechte Kopie der Apple-Software, sondern angepasste und verbesserte Lösungen. Apple ruht sich bei vielen Themen sehr lange auf den eigenen Lorbeeren aus und verpasst neue Trends. Auch wenn die Live-Tiles in Windows nicht jedermanns Sache sind, bieten diese im Vergleich zu starren Icons ohne Inhalt echten Mehrwehrt. Windows 8 war für Microsoft in diesem Bereich nur ein Experiment. Mit Windows 10 will der Konzern zu Apple aufschließen und Lücken in der Produktivität schließen. Ein Blick auf darauf lohnt sich in jedem Fall.

 

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