Von Thomas Weiss - 19.01.2007, 14:31

OS X für alle: Auf dem Mac, dem Telefon und dem digitalen Hub

Apple hat anscheinend nicht nur das "Computer" aus dem Firmennamen gestrichen, sondern lässt auch das "Mac" vor OS X fallen. Zumindest dann, wenn das Betriebssystem außerhalb eines Macs seine Arbeit tut.
Denn Bill Gates' Visionen vom universellen Windows - für die Waschmaschine bis hin zur eierlegenden Wollmilchsau - holen am Ende auch Apple ein, nur setzt der Mac-Hersteller naturgemäß auf sein eigenes Betriebssystem.
Auf dem iPhone wird OS X laufen, aktuellen Meldungen zufolge sogar Leopard. OS X - ohne "Mac" - dürfte man ab Februar auch auf dem Medienhub Apple TV finden. Gerüchten zufolge soll sogar in der neuen Airport Extreme-Basisstation eine abgespeckte Version des Betriebssystems für erweiterte Funktionen sorgen, die Anbindung von USB-Festplatten über Bonjour und die Zusammenarbeit mit Time Machine beispielsweise. Und der nächste iPod steht ja noch aus. Auf dem iPhone ist bereits OS X 10.5 installiert, schreibt Andy Ihnatko von der Chicago Sun-Times: Man könne das auch an den zahlreichen Animationen sehen, die allesamt auf Leopards neuer Core Animation-Technik basierten. Software, die auf dem Mac läuft, lässt sich deshalb aber noch lange nicht auf dem iPhone ausführen, erklärt Daring Fireball: Die Entwickler dürften das Betriebssystem darauf so stark abgespeckt haben, dass zahlreiche für Mac-Software wichtige Bestandteile fehlen - von Treibern bis hin zu großen Teilen der Oberfläche. Zudem weiß noch niemand, was für ein Prozessor im iPhone arbeitet - auch wenn zahlreiche Quellen sich für einen Samsung-Chip aussprechen: So, wie eine Applikation für PowerPC-basierte Macs ohne Emulation nicht auf einem Intel-Mac läuft, würden für Intel- und PPC-Macs kompilierte Applikationen gar nicht auf einem OS X für Samsungs ARM-Architektur funktionieren. Und schließlich sollen selbst die Widgets des Telefons nicht mit denen auf dem Mac kompatibel sein, auch wenn sie sich mit HTML und JavaScript-Code ebenfalls in Dashcode entwickeln lassen. In Apple TV steckt ein Intel-Prozessor. Deshalb könnte dort ein OS X werkeln, das dem auf dem Mac recht ähnlich ist. Die Oberfläche dürfte im Wesentlichen einer Front Row 2.0-Version entsprechen, die Apple mit Leopard auch für die Macs ausliefern wird. Und daraus könnte man schließlich folgern, dass auf Apple TV ebenfalls bereits Leopard läuft. Gewissheit aber wird man erst im Februar erlangen, wenn es den Medienhub zu kaufen gibt. Theoretisch ließe sich auf Apple TV mit etwas Bastelarbeit wohl auch ein unbeschnittenes Mac OS X installieren: Spaß dürfte die Arbeit damit aber nicht wirklich machen, denn Apple TV bringt nur 256 Megabyte Arbeitsspeicher mit und die sind auf dem Mainboard festgelötet und lassen sich nicht aufrüsten.
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