1953295

OS X heißt ab Herbst Yosemite

02.06.2014 | 23:35 Uhr |

Apple bleibt den inspirierenden Orten in Kalifornien treu. OS X Yosemite bringt eine frische Optik und zahlreiche Neuerungen.

OS X Yosemite. Komplett neu. Komplett Mac und jedes Bit so mächtig wie es aussieht. Apple haut in der Beschreibung seines nächsten OS X kräftig auf die Pauke. Und wer die diesjährige Präsentation mit der von letztem Jahr vergleicht, wird einige Unterschiede feststellen. Mavericks sah nicht so spektakulär aus, brachte jedoch unter der Haube einiges an nachhaltigen Verbesserungen und Neuerungen. Yosemite sieht klasse aus und beeindruckt mit einem mächtigen neuen Spotlight und einer gelungenen Fortentwicklung von Airdrop namens Continuity, tatsächlich sind viele Neuerungen aber eher evolutionär. Ziemlich smart integriert Apple Neues von iOS 7 in Yosemite und Neues aus Mavericks in iOS 8 und macht so erstmal ziemlich Eindruck.

Davon kann sich übrigens jeder, der möchte, einen Eindruck verschaffen. Im Rahmen seines ausgeweiteten Entwicklerprogramms kann jeder registrierte Developer ab Sommer die Public Beta testen und Apple sein Feedback geben. Im Herbst soll das Update dann zum Download stehen, wie der Vorgänger Mavericks kostenlos.

Optik, Optik, Optik

Der erste, zweite und dritte Blick auf Yosemite begeistert mit einem flachen und durchgängig gestalteten Interface. Leuchtende Farben, durchscheinende Effekte und ein einheitliches Redesign fast sämtlicher System-Apps am Vorbild von iOS 7 bringen die Optik näher an iOS, und lassen das nächste OS X elegant und zeitgemäß aussehen. Apples Designteam hat sämtliche Icons überarbeitet und die Funktionen gründlich aufgeräumt. Das erhöht die Einheitlichkeit, auch wenn beim Umstieg sicherlich an vielen Stellen wieder die Suche nach vertrauten Befehlen losgeht. Wem die Transparenz von Menü, Fenstern und Docks zu bunt wird, der kann auf eine dunklere Darstellung umschalten.

Spotlight reduziert sich in Yosemite zunächst auf eine Eingabezeile in der Bildschirmmitte, beim Suchen zeigt sich aber, die Verknüpfung zu zahlreichen Quellen wie News oder Karten oder auch den App Store. In der Demo während der Keynote zeigt Federighi wie sich via Spotlight vor Ort Restaurantempfehlungen oder Filmtipps einholen lassen, falls man grad im Ausland ist, rechnet Spotlight auch noch Maße oder Währungen um.

Ebenfalls neu gestaltet sind die Benachrichtigungen. Sie fokussieren auf die Tagesansicht, und präsentieren für „Heute“ Terminkalender, Wetterbericht, Erinnerungen oder sonstige wichtige Meldungen. Neu sind Widgets, über die sich die Menge an aktuellen Informationen erweitern lässt. Aktuell stammen die meisten Widgets noch von Apple, das wird sich aber bis zum Herbst sicherlich ändern, da jede App Informationen via Widgets zur Verfügung stellen kann. Dashboard, bisher der Platz für Widgets, dürfte damit der Vergangenheit angehören.

Mehr Power für Safari und Mail

Bei der Beschreibung von Safari gingen Craig Federighi fast die Superlative aus. So schnell, so schick, so kompatibel soll der neue Browser sein. Auch hier haben die Entwickler aufgeräumt, etwa die Favoriten versteckt, und viele Funktionen leichter zugänglich gemacht. So beispielsweise das Abonnieren von RSS-Feeds oder das Teilen von Links in Facebook und anderen sozialen Netzen. Die Suchfunktionen in Safari reichen weiter als bisher, der Browser sucht in mehr Quellen und präsentiert Hightlights in den Suchergebnissen. Responsiver und ressourcensparender soll der Browser künftig sein und mit HTML5 Premium Video über einen schnellen Videoplayer verfügen. Die Funktionen zum privaten Surfen hat Apple überarbeitet. Künftig gilt diese Einstellung nicht mehr übergreifend in Safari, sondern lässt sich für ein Fenster festlegen, das sich anhand seiner Farbe leicht erkennen lässt.

Der neue Safari in Yosemite
Vergrößern Der neue Safari in Yosemite

Mails große Neuerungen heißen Mail Drop und Markup. Letzteres erlaubt es künftig, E-Mails mit Anmerkungen, Pfeilen, Flächen und mehr zu versehen. Wie in Vorschau lassen sich künftig auch in Mail Formulare ausfüllen und Dokumente signieren. Mail Drop verbessert den Versand. Statt mit großen Anhängen die Kommunikation zu belasten, verschickt Mail künftig nur die Textnachricht, lädt große Anhänge (bis zu 5 GB) in iCloud und beim Empfänger wieder ab – sofern er Yosemite installiert hat.  

Continuity

Unter diesem Motto hat Apple gezeigt, wie es sich die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Mac und iOS-Geräten vorstellt. Auf Basis von Airdrop lässt sich während der Arbeit zwischen den Geräten wechseln, eine am iPad begonnene Mail am Mac fertigschreiben, ein Anruf am iPhone am Mac entgegennehmen, eine SMS am iPhone anfangen und am Mac versenden. Mit im Spiel ist dabei iCloud Drive, eine Art von Neuauflage der iDisk. Glich iCloud Dateien bisher nur von gleichen Apps ab, kann man nun auf dem iCloud Drive beliebig Dateien ablegen. Auf diese Art und Weise bekommt iOS auch einen Dateimanager.

 

0 Kommentare zu diesem Artikel
1953295