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Offener Schlagabtausch im Open House

22.09.2004 | 18:51 Uhr |

Zum heimlichen Höhepunkt der gestrigen Cancom Open House Tour in München avancierte der indirekte Schlagabtausch zwischen QuarkXPress 6.1 und InDesign CS.

Im Haus der bayrischen Wirtschaft bewegte sich punkt 15 Uhr ein Großteil der insgesamt 250 Besucher in Richtung Sitzungssaal, um sich zuerst den Quark- und den direkt folgenden Adobe-Vortrag anzuhören. Mit Frank Biernart betrat dann ein Sprecher die Bühne, der schon beim ersten Anblick nicht ganz zum eher angestaubt-bürokratischen Image vom einstigen DTP-Monopolisten passte. Mit hanseatischen Akzent stellte er sich dem Publikum als "Global Product Evangelist" vor. Doch bevor Biernart seiner Positionsbezeichnung gerecht wurde und Quark preiste, tat er erst einmal Buße. "Wir haben uns in den letzten 15 Jahren nicht mit Ruhm bekleckert was den Kundenumgang angeht", erklärte er einleitend und entschuldigte sich vor allem bei den einstigen Käufern von Quark 5 für diese Software ohne nennenswerten Mehrwert. Ganze zehn Minuten seiner kostbaren Redezeit ging Biernart auf die vergangenen Fehler des Unternehmens ein und für keinen der Zuhörer schien dies zu langatmig, sondern entlastend zu sein.

Quark: Erst büßen, dann preisen

Dann stellte er das "neue Quark" unter der Führung vom neuen Präsident Kamar Aulakh, der seit gut einem Jahr die Geschicke des amerikanischen Konzerns aus der Schweiz leitet, vor: Ein Drittel mehr Support-Kräfte Mitarbeiter in den letzten sechs Monaten, kostenlose Zweitnutzung einer Quark-Lizenz unterwegs oder daheim, Büroeröffnungen in Stuttgart, Hamburg, Paris und London sowie Bildungsrabatte mit Vollversionskosten unter 200 Euro. Der reflektierte Projektorstrahl auf seiner polierten Glatze wirkte dazu passend wie ein Heiligenschein. Nach der erfolgten Buße fing der Product Evangelist nun wirklich an zu preisen.

Quark Product Evangelist Frank Biernart
Vergrößern Quark Product Evangelist Frank Biernart
© 2015

Die Demonstration der Vorzüge von QuarkXPress 6.1 wurde stetig von einem kleinen Tuscheln in den Zuschauerreihen mit dem Anfangswort "Endlich" begleitet. Egal ob mehrfaches Undo, hochauflösende Vorschau, nahtloses Zusammenspiel mit Photoshop oder die Integration von Tabellen und Ebenen - ein leises "Endlich" war aus jeder Ecke zu hören. Genau wie junge Grafikgestalterin Yvonne Delazza setzt eben ein Großteil der Messebesucher weiterhin auf Mac-OS 9.2.2 mit QuarkXPress 4.11 und gerade denen will Biernart die neue Version schmackhaft machen.

Deshalb hatte er passend zum Wiesnrummel noch eine Extrawurst im Gepäck - ein Preview auf QuarkXPres 6.5. Das kostenlose Update für alle Anwender der 6er-Version bringt als wesentliche Neuerung eine Erweiterung mit dem Namen Vista mit sich. Diese ermöglicht eine Bearbeitung von Fotos direkt im Layout. Das eignet sich vor allem zum Ausprobieren von Filtereffekten mit sofortigem Blick auf die neue Seitenoptik und ermöglicht eine schnelle Synchronisation von Farbeeinstellungen mit anderen Bildern. Komplexe Aufgaben sind mit dem neuen Werkzeug allerdings nicht zu bewältigen.

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