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Office-Alternativen, Teil 2: Apple Works

15.11.2002 | 12:50 Uhr |

Die integrierte Lösung von Apple ist im Lieferumfang der meisten Macs enthalten - und deshalb nicht nur politisch korrekt.

P CLASS="u3">Mac-Anwender haben seit jeher Vorbehalte gegen Microsoft. Die Ablehnung des Betriebssystems aus Redmond führt nicht selten zur Entscheidung, das Office-Paket des gleichen Herstellers nicht auf den Mac zu installieren. Wie es trotz Quasi-Monopol von MS Office auch ohne Microsoft geht, beleuchten wir in einer Serie auf Macwelt.de

Mac-Anwender haben seit jeher Vorbehalte gegen Microsoft. Die Ablehnung des Betriebssystems aus Redmond führt nicht selten zur Entscheidung, das Office-Paket des gleichen Herstellers nicht auf den Mac zu installieren. Wie es trotz Quasi-Monopol von MS Office auch ohne Microsoft geht, beleuchten wir in einer Serie auf Macwelt.de

Von Jörn Müler-Neuhaus

Die aktuelle Version 6.2.4 des einst als Claris Works bekannten Programmpakets kostet mit einem Preis von gut 100 Euro nur ein Sechstel von MS Office, neuen Macs liegt Apple Works gar im Lieferumfang bei. Den Funktionsumfang der Office-Suite aus Redmond erreicht es zwar nicht, verfügt dafür aber über zusätzliche Module für Datenbanken, Zeichnen und Malen. Die Integration der Programmbereiche hat Apple anders gelöst als Microsoft, das verschieden Programme für Textverarbeitung, Präsentation oder Tabellenkalkulation anbietet: Alle sechs Module für Text, Tabellenkalkulation, Datenbank, Zeichnen, Malen und Präsentation lassen sich in eigenen Dokumentenfenstern öffnen. Apple Works stellt dann jeweils die verfügbaren Funktionen in der Werkzeugleiste und den Menüs bereit. Es ist aber auch möglich, innerhalb eines Modules, beispielsweise in der Textverarbeitung, Bereiche aufzuziehen, um ein Spreadsheet, eine Tabelle oder eine Zeichnung zu erstellen. Die Arbeit erleichtern umfangreiche Vorlagensammlungen und Assistenten.

Das in Apple Works integrierte Datenbankmodul ist nicht viel mehr ale eine abgespeckte Filemaker-Umgebung. Es ermöglicht auch EDV-Laien, Datenbanken vom Adressverzeichnis bis hin zu komplexen Lösungen mit Auswertungen und Formeln zu erstellen. Die nicht sehr umfangreichen Zeichen- und Mallösungen erlauben, Vektor- und Pixelgrafiken zu erstellen und zu bearbeiten.

Über die Dateifilter von Data Viz stellt Apple Works die Kompatibilität zu den MS-Office-Formaten und einer großen Anzahl anderer Programme her: Mit Word tauscht die Software aus Cupertino Dokumente absolut unverändert mit allen Formatierungen und Schrifteinstellungen nur aus, solange keine Gestaltungsoptionen wie Text- oder Grafikkästen integriert sind. Textkästen wie in unserem Beispiel übernimmt MS Word zwar inhaltlich vollständig, die Platzierung auf der Seite entspricht nicht mehr dem Ausgangslayout. Bildkästen verschwinden samt Inhalt im Konvertierungs-Nirwana. Das gleiche gilt für den Import komplex gestalteter Word-Dokumente.
Excel-Dateien übernimmt Apple Works samt Formeln und Formaten meistens korrekt übernommen, mit der Ausnahme von Zeitformaten etwa im Format hh:mm:ss. Die dahinter liegenden Formeln, beispielsweise zum Berechnen von Zeitabständen, übernimmt der Import-Filter zwar, es hapert aber an der Darstellung. Im Zweifel muss der Apple-Works-Anwender die Formeln und Formate neu erstellen.
Powerpoint-Dateien kann Apples Programmpaket hingegen weder öffnen noch speichern. Das in Apple Works vorhandene Präsentationsmodul kann also keine Dateien von Powerpoint übernehmen oder zum Öffnen in Powerpoint exportieren.

Fazit


Apple Works bietet für etwas über 100 Euro einen großen Funktionsumfang und eine sehr benutzerfreundliche Oberfläche. Es ist leicht erlernbar und kann dennoch auch komplexe Anforderungen im Büroalltag erfüllen. Word- und Excel-Dokumente lassen sich in gewissen Grenzen importieren und ohne Probleme weiter verarbeiten. Auch die Ausgabe von Office-Formaten für die Weitergabe an Geschäftspartner funktioniert reibungslos. Wer Präsentationen erstellen muss, kann dies mit Apple Works schneller als mit dem komplexeren Powerpoint erledigen, muss jedoch auf die Dateikompatibilität zum Konkurrenten verzichten. Apple Works 6.2 läuft nativ unter Mac-OS X und dem klassischen Apple-Betriebssystem. pm

Lesen Sie im dritten Teil: Für Privatanwender kostenlos - Ragtime 5.6

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