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Ohne Filter: Napster macht weiter

05.03.2001 | 00:00 Uhr |

Die Musik-Tauschbörse Napster hat entgegen
ihrer Ankündigung noch keine Filter für urheberrechtlich geschützte
Songs eingebaut. Nach US-Medienberichten vom Montag konnten Musikfans
weiterhin ohne Einschränkungen ihre Lieblingstitel herunterladen.

Die Anwälte der Internet-Tauschbörse hatten am Freitag
versprochen, noch am Wochenende Filter einzusetzen. Damit will
Napster in letzter Minute sein Überleben sichern. Eine Entscheidung
eines Berufungsgerichts in San Francisco steht zwar noch aus. Doch
erwarten Beobachter, dass das Urteil ähnlich hart ausfallen könnte
wie im Juli 2000. Damals hatte Richterin Marilyn Hall Patel Napster
zur Wahrung der Urheberrechte von Künstlern und Produzenten
verpflichtet, was einer Schließung der Tauschbörse gleich gekommen
wäre.

Software-Experten bezweifelten unterdessen die Wirkung eines
Filters, da zum Beispiel Titel unter anderen Texten oder mit
Rechtschreibfehlern angeboten werden könnten, was ein Software-
Programm nicht erfassen könne. Ab Juli will Napster nach eigenen
Angaben eine kostenpflichtige Mitgliedschaft einführen. Musikfans
sollen für eine monatliche Gebühr zwischen rund zehn und zwanzig DM
Titel über die Napster-Software bei anderen Mitgliedern herunterladen
können. Dabei arbeitet Napster mit dem deutschen Medienkonzern
Bertelsmann zusammen.
dpa

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