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Oktober: Der Leopard ist los

02.01.2008 | 09:49 Uhr |

Mac-OS X 10.5 Leopard kommt im Oktober endlich in den Handel. Ursprünglich hatte Apple den Tiger-Nachfolger für das erste Halbjahr versprochen, das iPhone verzögerte jedoch die Entwicklung. Das neue Betriebssystem erweist sich als Verkaufsschlager, allein am ersten Wochenende gehen über zwei Millionen Leopard-Pakete über die Tresen.

Der Leopard im Handel

Gelungener Leopard-Start: Lange Schlangen an den Kassen von Gravis München.
Vergrößern Gelungener Leopard-Start: Lange Schlangen an den Kassen von Gravis München.

Alle 20 bis 30 Monate werden Apple-Händler zu Zoohandlungen. 2003 Panther, 2005 Tiger und 2007 Leopard: Das Interesse an Mac-Betriebssystemen nimmt mit den Jahren immer mehr zu. Mac-OS X 10.5 wird mancherorts gar zur Mangelware.) Geht man nach der Länge der Warteschlangen vor den Kassen der Münchner-Gravis-Filiale, ist Apples Verkaufsstart von Mac-OS X 10.5 Leopard ein voller Erfolg. Erst ab 18:00 Uhr durfte Gravis (wie alle anderen Händler auch) die handlichen schwarzen Pakete mit dem Raubkatzeninhalt an die Kunden ausliefern. Doch schon weit vorher füllt sich der Laden. Als es dann endlich losgeht, ist Schlange vor den Kassen der Münchner Filiale, die sich in der Innenstadt in guter Lage befindet schnell so lang, dass die Wartenden fast den kompletten Verkaufsraum einnehmen. Wir sprechen mit einem jungen Gravis-Angestellten, der sichtlich begeistert ist. „Leopard ist ein voller Erfolg! Wir schließen heute erst um 24:00 Uhr“ so sein Kommentar. Obwohl die Gravis-Mitarbeiter flott arbeiten und viele Kunden zufrieden mit ihrer „Beute“ aus dem Laden kommen, ebbt die Schlange auch nach mehr als einer Stunde noch nicht nennenswert ab. Immer mehr Kaufinteressenten treffen ein und wollen sich noch das Wochenende mit dem Leoparden aus Cupertino versüßen. Um sich einzustimmen, sehen sich viele Interessenten auch die Leopard-Präsentation an, die Gravis zeitgleich in seinen Räumlichkeiten abhält.

In Mannheim gleichen sich die Bilder, die hiesige Gravis-Filiale machte am Abend ein gutes Geschäft. Laut Store Manager sind seit 18.00 Uhr mehr als 100 Kopien von Mac-OS X über den Tisch gegangen. Außerdem mehrere neue Macs: Denn Gravis verspricht allen Kunden, die jetzt einen neuen Mac kaufen, dass sie das Update auf 10.5 kostenlos erhalten. Zwar liegt Version 10.5 noch nicht in der Packung drin, aber die DVD sollte binnen kürzester Zeit in der Post liegen. Und die eigentlich fälligen 8,95 Euro übernimmt Gravis.

Mangelware Leopard

Mac-OS X 10.5 Leopard erweist sich als Verkaufsschlager
Vergrößern Mac-OS X 10.5 Leopard erweist sich als Verkaufsschlager

Die blonde Dame im schwarz-weiß-karierten Mantel hat ihr Handy noch am Ohr, als sie kurz vor 18 Uhr das Foyer des Münchener Systemhauses und Mac-Händler Equinux im Gewerbegebiet im Stadtteil Allach betrittt. "Also dann tschüss!", sagt sie noch laut, schaut verwundert in gut zwanzig erwartungsvolle Gesichter, während ihr Equinux-Marketingleiterin Julia Markovic schlagfertig ein freundliches "Wir sagen dann mal Hallo!" entbietet. Die blonde Dame hatte sichtlich nicht mit einem derartigen Auflauf gerechnet und fragt sich, was all die Menschen in dem nicht sonderlich großen Laden verloren hatten. "Was ist denn hier los? Ich sollte nur etwas abholen, so ein Betriebssystem..." - "Ja, deshalb sind wir auch hier," entgegnete die Menge sichtlich amüsiert. Sie habe eben erst etwas Geld in die Hand gedrückt bekommen und dazu den Auftrag, ein bestelltes Betriebssystem abzuholen. "Wollen Sie nicht unsere Präsentation verfolgen, die in wenigen Minuten startet," lädt Julia Markovich die Kundin ein, "damit Sie wissen, um was für ein Betriebssystem es sich handelt?" Die Dame lehnt dankend ab und reiht sich in die sich langsam bildende und von der Kasse über das Foyer in den Präsentationsraum anwachsende Schlange ein. Eine gute Entscheidung.

Denn von den geschätzt 80 Menschen, die in die Kirschstraße gekommen sind, um den Leoparden zu kaufen, können nur rund zwei Dutzend auch tatsächlich das neue Apple-Betriebssystem mitnehmen. Den Rest vertröstet Equinux mit kostenloser Lieferung vier Tage darauf. Nicht jeder der vergeblich Angereisten akzeptiert die Offer, die Schlange löst sich kurz nachdem die Dame im schwarz-weißen Karomantel den Laden mit "so einem Betriebssystem" in der Hand verlassen hat, allmählich wieder auf. Zornig war keiner der Kunden, das Verständnis groß. Als Mac-Anwender ist man an Lieferschwierigkeiten und den Mangel an aktuellen Produkten gewöhnt. An anderen Verkaufsstellen mag es ähnlich ausgesehen haben: "Der Saturn hat auch nix mehr", hieß es vom Ende der Schlange. Apple hat wohl damit gerechnet, nicht genügend Leopard-DVDs an die Handelspartner liefern zu können und erlaubte nur den Premium-Resellern den Verkauf am Starttag. Equinux war es dennoch gelungen, zu den Erstanbietern von Mac-OS X 10.5 gehören zu dürfen. Dass diesmal die Nachfrage das Angebot weit übersteigt, war nicht nur an den Zahlen zu sehen, die in jüngster Zeit um den Leoparden kursierten, CPM United Business Media hatten doppelt so viele Vorbestellungen wie vor 30 Monaten für den Tiger ermittelt. Die Nachfrage war auch in den Räumen von Equinux zu spüren, Ende April waren zum Tigerlaunch nicht halb so viele Interessenten gekommen. Die von Apple in der Woche darauf veröffentlichten Zahlen sprechen Bände: Am ersten Wochenende sind über zwei Millionen Kopien des neuen Betriebssystems über die Ladentheken gegangen.

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