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Online-Händler suchen nach Schutz vor Zahlungsausfällen

19.02.2002 | 11:41 Uhr |

Einkaufen per Internet bietet Vorteile - birgt aber auch Risiken in sich. Nicht nur Kunden müssen um ihr Geld fürchten.

Die Sicherheit des Einkaufs im Internet sorgt seit Jahren für hitzige Diskussionen. Im Vordergrund steht dabei meist die Sorge der Kunden um möglichen Missbrauch ihrer Daten. Aber auch für die Online-Händler, die auf pünktliche Zahlungen ihrer häufig anonymen Kunden angewiesen sind, ist es oft ein riskantes Geschäft. So genannte Transaktions-Dienstleister sollen für sie die Kunden durchleuchten und greifen dabei auch zu Mitteln, die aus Sicht von Datenschützern umstritten sind.

Bei einer elektronischen Bestellung steht der Händler einerseits vor dem Problem, wie er sicher sein kann, dass der Kunde tatsächlich existiert. Zudem ist für ihn wichtig, dass der der Kunde auch in der Lage ist, die bestellten Waren zu bezahlen. 'Obwohl Zahlungsinformationen heute einfacher zu überprüfen sind als vor zwei oder drei Jahren, trägt der Händler ein hohes Risiko.ª, sagt Axel Kossel, Redakteur des Computermagazins c't.

'Je nach Art der Ware unterscheidet sich die Höhe des Risikos für den Händlerª, sagt Basler. 'Ein Weinhändler hat seltener Kostenausfälle zu erwarten als zum Beispiel Anbieter in den Bereichen Erotik und Gambling.ª Hier muss damit gerechnet werden, dass der Kunde nicht unter seinem richtigen Namen bestellt.

Gerade kleinere Online-Anbieter verfügen meist nicht über ein entsprechend geschultes Personal, um die Richtigkeit der Kunden- Angaben zu überprüfen. Daher wird diese Aufgabe häufig ausgelagert: Der Händler engagiert einen so genannten Transaktions-Dienstleister, der das Geschäft für ihn risikofrei machen soll.

Um Kostenausfällen vorzubeugen, kann der Transaktions- Dienstleister beispielsweise die angegebene Finanzverbindung überprüfen. Dabei wird festgestellt, ob die angegebene Kreditkarte oder Bankverbindung tatsächlich existiert und weder gesperrt noch für ungültig erklärt wurde.

Anhand der Postadresse kann der Dienstleister abschätzen, wie zahlungsfähig der Kunde ist, erklärt Michael Basler. Wenn der Kunde in einer Gegend wohnt, in der der Einkommens-Durchschnitt niedrig ist und eine relativ hohe Anzahl an gerichtlichen Mahnbescheiden zugestellt wird, wird er als höheres Risiko für den Händler eingestuft. In diesem Fall kann der Händler sich absichern, indem dem Kunden zum Beispiel nur die Bezahlung per Nachnahme angeboten wird.

Größere Dienstleister können häufig auf eigene, im Laufe der Zeit angelegte Kundendatenbanken zurückgreifen, um festzustellen, ob der Kunde bereits bei anderen Transaktionen aufgefallen ist. Da der Kunde aber meist keine Ahnung davon hat, dass diese Informationen über ihn gesammelt werden, ist ihre Verwendung durch den Dienstleister datenschutzrechtlich fragwürdig. Axel Kossel spricht von 'halblegalenª Kundendatenbanken.

Die einfachste Art sicherzustellen, dass eine Person tatsächlich existiert und bei Forderungen auch erreichbar ist, nutzt das Internet-Auktionshaus E-Bay. Hier darf sich nur anmelden, wer eine E- Mail-Adresse hat, die einwandfrei einer Person zuzuordnen ist, wie ein Firmenpostfach oder eine T-Online-Adresse. dpa

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