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Online-Shopper kennen ihre Rechte schlecht

08.11.2006 | 11:12 Uhr

Eine repräsentative Studie von Trusted Shops hat ergeben, dass kaum ein Nutzer beim Internet-Einkauf seine Rechte kennt. Trusted Shops zertifiziert Onlineshops.

Am höchsten war der Wissensstand noch beim allgemeinen Rückgaberecht: Über 90 Prozent sind sich bewusst, dass sie die meisten Produkte innerhalb von 14 Tagen zurückschicken dürfen. Wenn es aber um wichtige Details geht, ist die Kenntnis deutlich schlechter.

Rund 70 Prozent wussten, dass in manchen Fällen der Verbraucher die Rücksendekosten tragen muss. Das kann zum Beispiel für Produkte gelten, die weniger als 40 Euro kosten. Und fast ein Drittel fürchtet (fälschlicherweise) das Rücksenderecht zu verlieren, wenn die Originalverpackung geöffnet ist.

Dass jeder Shop ein vollständiges Impressum braucht und eine E-Mail-Adresse angeben muss, war immerhin etwa 80 Prozent der Befragten geläufig. Beim Thema Datenschutz überschätzen viele Verbraucher ihre Rechte: Zwar kann man jederzeit Auskunft über die gespeicherten personenbezogenen Daten verlangen, aber diese müssen nicht, wie 86 Prozent glauben, auf Wunsch sofort vollständig gelöscht werden. Die Shops müssen viele Daten für Finanzamt und Bilanz länger aufbewahren.

Weitere Wissenslücken: Wenn ein Onlineshop nicht sofort liefern kann, muss er zu jedem Produkt eine Lieferzeit angeben. Hier lag ein knappes Drittel der Befragten falsch. Kein Shop ist gezwungen, verschiedene Zahlungsmethoden anzubieten, wie aber deutlich über die Hälfte annahm. Und für Transportschäden haftet stets der Verkäufer – anders lautende AGB-Formulierungen sind unwirksam. Hier befanden sich über 60 Prozent der Befragten im Irrtum.

Die meisten Onlinekäufer scheinen sich mehr an ihrem Rechtsempfinden anstatt an gesicherten Erkenntnissen zu orientieren. Nur so lässt sich die soziodemografische Ausgeglichenheit der Resultate erklären. Weder Alter, Geschlecht, Schulbildung oder Internet-Erfahrung haben einen signifikanten Einfluss auf die Fehlerquote.

Durchgeführt wurde die Umfrage vom Marktforschungsinstitut ComCult Research. Dabei haben insgesamt 1.000 Menschen, die Onlineshopping nutzen, zehn Fragen zu ihren Verbraucherrechten beantwortet. 99,5 Prozent aller Befragten haben mindestens in einem Fall falsch gelegen. Ganze fünf Personen zeigten sich vollständig informiert. (Detlef Scholz)

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