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Online-Trend verschlafen

07.02.2000 | 00:00 Uhr |

Die deutsche Versicherungswirtschaft hat nach
einer Studie den Online-Trend weitgehend verschlafen. Erst rund vier
Prozent der Versicherungen nutzen bislang das Internet als
Direktvertriebsweg. Nur jedes zehnte Unternehmen bietet auf seiner
Web-Seite die Möglichkeit, Tarife zu berechnen. Die meisten stünden
dem Online-Geschäft wegen der unklaren Rechtslage auch weiterhin
skeptisch gegenüber, heißt es in einer am Montag vorgestellten
Marktanalyse der Hamburger Unternehmensberatung Mummert+Partner. Das
Unternehmen hatte die Internet-Auftritte der jeweils 50
umsatzstärksten Firmen der Bank- und der Versicherungsbranche
untersucht.

Auch bei vielen Banken besteht der Analyse zufolge bei den
Internet-Dienstleitungen noch Nachholbedarf. Trotz des Börsenbooms
ermögliche erst rund die Hälfte der im Internet vertretenen Banken
und Sparkassen ihren Kunden, online Wertpapiere zu kaufen und zu
verkaufen. Dagegen sei bei rund zwei Dritteln der Institute die
direkte Abfrage aktueller Aktienkurse und des eigenen
Wertpapierdepots möglich.

Auch nach der Einführung des Sicherheitsstandards HBCI dominierten
aber immer noch einfache Routinedienstleitungen wie die Abfrage des
Kontostandes oder das Ausfüllen von Überweisungen das Internetangebot
der meisten Banken. Über zwei Drittel der untersuchten
Kreditinstitute bieten ihren Kunden für die Übertragung von Daten vom
heimischen PC in den Bankcomputer ältere, auf Geheimnummern
basierende Verfahren an. Dennoch sieht die Unternehmensberatung
keinen Grund zur Sorge: «International stehen die deutschen Banken in
punkto Internet-Präsenz ganz gut da», sagte Mummert+Partner-Vorstand
Wilhelm Alms.

dpa

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