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Open Office auf Mac-OS X portiert

12.04.2001 | 00:00 Uhr |

Im Herbst 1999 übernahm Sun Microsystems den Hamburger Softwarehersteller Star Division, seit Oktober letzten Jahres ist Star Office ein Open-Source-Projekt. Jetzt liegt erstmals eine für Mac-OS X portierte Fassung vor. OpenOffice.org verspricht sich von Apples neuem Betriebssystem den entscheidenden Push.

Wesentlich für den weltweiten Erfolg von Microsofts Betriebssystem Windows war die leichte Verfügbarkeit von Büro-Software verantwortlich, die sich zum Quasi-Standard entwickelt hat. Neben Word und Excel konnte kaum ein Konkurrenz-Produkt bestehen.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Sun das mit der Hamburger Star Division erworbene Programm-Paket Star Office zunächst kostenlos zum Download anbot und schließlich den Quellcode zur freien Verfügung stellte.

Kaum ist die finale Version von Mac-OS erschienen, präsentiert nun das von Sun unterstützte Open-Source-Projekt OpenOffice.org die ersten für das neue Apple-Betriebssystem portierten Module. Der Weg zu einer kostenlosen Bürosoftware ist damit nicht mehr weit, neben dem Quellcode können Mac-Entwickler auch genaue Anleitungen, wie man die Applikation fertig stellt und kompiliert , bei OpenOffice.org herunterladen.

Sun verspricht sich von der Gemeinde der Mac-OS-X-Entwickler nichts weniger als eine rasche Fertigstellung des Produkts, das in Konkurrenz zu Microsofts Office 2001 treten könnte. Die Gelegenheit scheint günstig: Während Mac-OS-X-Anwender noch auf eine unter ihren neuen System funktionierende Büro-Software warten, dürfte Sun in Mac-OS X eine Plattform sehen, die dem eigenen Produkt einen gewaltigen Push geben und es als neuen Standard etablieren könnte. Mac-OS X dürfte in Kürze das am weitesten verbreitete UNIX-System mit einer leicht zu bedienenden grafischen Oberfläche sein.

Noch ist das Rennen offen, denn auch Microsoft will noch in diesem Jahr eine nativ unter Mac-OS X laufende Fassung seiner Office-Suite fertig gestellt haben. Zudem haben alteingesessene Macianer wenig Erfahrung mit Open-Source-Software. Mit OpenOffice und Mac-OS X könnten sich jedoch zwei Partner gefunden haben, die sich gegenseitig zum Erfolg treiben. pm

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