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Gegen Gema-Sperre: Gratis-App "Opera VPN"

10.05.2016 | 15:32 Uhr |

Gema-Sperren adé: Mit Opera VPN kann man die lästige Fehlermeldung auf Youtube einfach umgehen.

Laut einer Auswertung von Opendatacity sind sechzig Prozent der 1000 Top-Videos in Deutschland auf Youtube gesperrt. Die Auswertung stammt von 2013, die Ordnungsgröße sollte auch Mitte 2016 stimmen. Nicht umsonst tummeln sich im Internet zahlreiche Ratgeber und Tipps, wie man denn die lästige Gema-Sperre hierzulande umgeht. Grundsätzlich geht dies per VPN-Verbindung. Die Anfrage wird zu einem Zwischen-Server in einem anderen Land umgeleitet, wo es das Video nicht mehr gesperrt ist, die Daten von diesem Proxy-Server gelangen dann auf das Gerät des Nutzers.

Hier gibt es einen weiteren Haken: Die VPN-Services sind nicht kostenlos, die meisten Anbieter verlangen eine monatliche oder einmalige Gebühr für die Nutzung, einige blenden dem Nutzer beim Surfen Werbung ein. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt hier Opera: Seit heute ist im App Store die neue App des Browser-Herstellers " Opera VPN " erhältlich. Die App bringt Funktionen, die der Name bereits suggeriert: eine gesicherte VPN-Verbindung ins Netz, was insbesondere bei  öffentlichen WLAN-Spots nützlich ist. Als Standort lässt sich in den Einstellungen aktuell Kanada, Deutschland, Niederlande, Singapur und die Vereinigten Staaten auswählen. Die Installation und Einrichten der App ist denkbar einfach: App auf dem iPhone oder iPad installieren, danach bittet Opera VPN um Erlaubnis, ein VPN-Profil auf dem iOS-Gerät zu installieren. Stimmt der Nutzer dem zu, wird das Opera-Profil in der Einstellungen-App sichtbar, die App errichtet seine Dienste wie beschrieben – sperrt unerwünschte Werbung, blockiert Tracker und schaltet die vormals gesperrten Youtube-Videos frei . Die App selber braucht man danach eigentlich nicht mehr, vielleicht nur zu den Auswertungszwecken, wie viele Tracker bisher blockiert wurden. Das Surfen und Video-Schauen funktioniert wie gewohnt per Safari und Youtube. Löscht man die App, verschwindet das VPN-Profil aus den Einstellungen automatisch. Man spart sich auch hier den Aufwand.

Und das Geschäftsmodell?

Es durfte sich bereits herumgesprochen haben, dass es nichts Kostenloses gibt. Die Kollegen der PC-World haben bei Opera nachgefragt, wie denn mit dem Geschäftsmodell der neuen App aussieht. Die Tochterfirma aus Kanada – SurfEasy, die die VPN-Dienste eigentlich anbietet – antwortete sinngemäß: "Während Opera VPN komplett frei für den Nutzer ist, nutzen wir anonymisierte Auswertungen basierend auf dem Nutzerverhalten. Diese Daten können wir den Partnern zur Verfügung stellen, die an dem mobilen Ökosystem und dessen Entwicklung interessiert sind". Laut Datenschutzbestimmungen der Opera-VPN-App sammelt der Dienst die besuchten Webseiten, IP-Adressen, Geräte-Typ, Browser-Version und Betriebssystem-Version (Principle 4 - Limiting Collection in den Datenschutzrichtlinien). Gegenüber The Verge hat Opera angegeben, dass der Dienst aktuell keine Werbung über die App plane.

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