Von Peter Müller, Ole Meiners - 24.04.2007, 12:26

Optionsskandal: Ehemaliger Finanzchef vergleicht sich mit Börsenaufsicht

Für Apples ehemaligen Finanzchef Fred Anderson ist die Affäre um rückdatiert und falsch verbuchte Aktienoptionen mit einem Vergleich jurisitisch überstanden. Im Visier der Behörden verbleibt die ehemalige Apple-Justiziarin Nancy Heinen
Die US-Börsenaufsicht SEC geht in dieser Woche in Folge des Skandals um rückdatierte und nicht ordnungsgemäß verbuchte Aktienoptionen gegen zwei frühere Apple-Manager in die Offensive. Bevor die Behörde Strafverfahren einleitete, einigte sie sich jedoch noch mit Apples Ex-CFO Fred Anderson auf einen Vergleich. Anderson habe einer Geldstrafe von 150.000 US-Dollar zugestimmt und versprochen, seine Optionsgewinne von 3.5 Millionen US-Dollar zurückzuzahlen. Fehlverhalten wolle er jedoch nicht eingestehen, berichtet das Wall Street Journal.
Nancy Heinen, ehedem Apples oberster Rechtsbeistand, steht weiterhin im Fokus der Strafverfolgungsbehörden. In einem Fall habe Heinen Dokumente über eine Sitzung gefälscht, die angeblich im Oktober CEO Steve Jobs umfangreiche Aktienoptionen gewährte. Diese Sitzung des Aufsichtsrates hat jedoch nie stattgefunden und Jobs erst im Dezember Optionen gewährt bekommen. Früher im Jahr 2001 hatten Anderson und Heinen gemeinsam Aktienoptionen für Manager, einschließlich ihrer selbst, auf ein günstigeres Datum zurückdatiert. Als Ergebnis einer internen Untersuchung hatte Apple Ende 2006 festgestellt, dass "zwei ehemalige hochrangige Manager" sich in der Affäre Fehlverhalten ankreiden lassen müssen. Namen nannte der Bericht nicht, doch hatte Nancy Heinen das Unternehmen verlassen, kurz bevor im Sommer 2006 erstmals Unregelmäßigkeiten ruchbar wurden. Fred Anderson musste seinen Sitz im Aufsichtsrat im vergangenen Oktober in Folge des Skandals verlassen. Steve Jobs habe von den Praktiken gewusst, aber sich nicht bereichert, schließt Apples interner Bericht. Aktuell in Cupertino tätige Manager hätten sich kein Fehlverhalten vorzuwerfen.
Die Anwälte von Nancy Heinen bezeichnen ihre Mandantin als "Sündenbock" der nur Anweisungen ausgeführt habe. "Es ist einfach ungerecht, Nancy herauszupicken und an ihr ein Exempel zu statuieren", nimmt Anwalt Miles Ehrlich seine Mandantin in Schutz. "Schließlich sind tausende Top-Manager in über hundert Unternehmen im ganzen Land in diese Options-Affären verwickelt." Laut San Jose Mercury News wird die SEC noch in dieser Woche rechtliche Schritte gegen Heinen unternehmen.
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