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Oracle bestätigt Spionageaktion gegen Microsoft

30.06.2000 | 00:00 Uhr |

Der Software-Riese Oracle hat während desKartellverfahrens gegen Microsoft seinen Konkurrenten mitPrivatdetektiven ausspionieren lassen. Oracle-Chef Larry Ellisonbestätigte die Aktion und verteidigte sie zugleich.

Der Software-Riese Oracle hat während des
Kartellverfahrens gegen Microsoft seinen Konkurrenten mit
Privatdetektiven ausspionieren lassen. Oracle-Chef Larry Ellison
bestätigte die Aktion und verteidigte sie zugleich.

Dies sei
notwendig gewesen, um zu zeigen, dass angeblich unabhängige
Beraterfirmen während des Verfahrens von Microsoft finanziert wurden,
hieß es in Medienberichten am Donnerstag. Microsoft nannte die Aktion
des Erzrivalen Oracle «äußerst beunruhigend». Sie sei ein weiterer
Beweis dafür, dass es eine unfaire Kampagne gegen Microsoft gegeben
habe.

Oracle hatte die bekannte Detektivagentur IGI in Washington
angestellt, um mehrere Organisationen auszuspionieren, die in dem
Kartellfall für Microsoft warben. Dabei konnte Oracle nach eigenen
Angaben nachweisen, dass mindestens zwei angeblich unabhängige
Gruppen von dem Softwareriesen finanziert wurden. Aufgeflogen war die
Spionageaktion Anfang Juni, als eine Privatdetektivin versuchte, von
einer Putzkolonne den Papiermüll einer Lobbygruppe in Washington zu
kaufen. Die Lobbygruppe «Association for Competitive Technology»
(ACT) hatte sich gegen die Regierungsposition im Kartellverfahren
gewandt.

Kurz nach den Besuchen der Privatermittler bei ACT kam es außerdem
zu mehreren Einbrüchen in einem Washingtoner Gebäude, in dem auch
Microsoft ein Büro unterhält. Die Tür des Firmenbüros war geöffnet
worden, Dokumente verschwanden nach Angaben eines Microsoft-Sprechers
allerdings nicht.
dpa

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