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Oracle kauft Siebel für 5,85 Milliarden Dollar

12.09.2005 | 16:41 Uhr |

Der US-Softwareriese Oracle Corp. setzt mit dem Kauf des Wettbewerbers Siebel Systems seine Übernahmeserie fort und macht dem deutschen Konkurrenten SAP weiter Druck.

Oracle kauft Siebel
Vergrößern Oracle kauft Siebel

Oracle übernimmt den Anbieter von Anwendungssoftware für Unternehmen für 5,85 Milliarden Dollar (4,8 Mrd Euro) in bar und zahlt 10,66 Dollar je von Siebel-Aktie, teilte die Gesellschaft am Montag mit. Oracle blättert damit nach Abzug der liquiden Siebel-Mittel von 2,24 Milliarden Dollar insgesamt 3,61 Milliarden Dollar hin.

Oracle-Konzernchef Larry Ellison will mit der Übernahmestrategie rascher zum weltweiten Unternehmenssoftware-Branchenführer SAP aufschließen. Oracle hatte in diesem Jahr bereits ein halbes Dutzend Softwarefirmen geschluckt. Im Januar übernahm Oracle den großen Konkurrenten PeopleSoft für 10,3 Milliarden Dollar und später die US-Softwarefirma Retek für 631 Millionen Dollar. Bei Retek hatte Oracle den Rivalen SAP in einer Übernahmeschlacht ausgebootet. Mit der zunehmenden Betonung von Anwendungssoftware will Ellison die starke Abhängigkeit vom Datenbankengeschäft vermindern. Dort ist Oracle unumstrittener weltweiter Marktführer.

Oracle werde durch den Siebel-Kauf auf einen Schlag weltgrößte CRM-Anwendungssoftwarefirma, betonte Ellison. Mit CRM-Software überwachen Gesellschaften die Beziehungen zu ihren Kunden. Damit stärke Oracle seine Spitzenposition bei Anwendungssoftware in Nordamerika und komme näher an die globale Position Nummer eins heran, erklärte Ellison.

Siebel befindet sich in den roten Zahlen und hat in seinem Softwarebereich die Führungsposition in diesem Jahr an SAP verloren. SAP bleibt im gesamten Anwendungssoftware-Bereich für Unternehmen weltweiter Branchenführer vor Oracle. Siebel habe 4000 CRM-Verwender und 3,4 Millionen Nutzer in aller Welt. Es handele sich um den am schnellsten wachsenden Anwendungssoftware-Bereich. Siebel-Chef und Gründer Thomas M. Siebel sprach von einer sehr vorteilhaften Geschäftskombination und hob die Entwicklungskapazitäten von Oracle hervor. Er will für die Transaktion stimmen. Der Kauf soll sich vom Geschäftsjahr 2007 an unter Ausklammerung von Sonderfaktoren gewinnsteigernd bei Oracle auswirken. Oracle erwartet auch erhebliche Synergien. Längerfristig werde Siebel zu dem Oracle-Ziel von 20 Prozent jährlichem Gewinnwachstum beisteuern, versicherte Oracle-Präsident Greg Maffei.

Die Siebel-Aktionäre können wahlweise satt Bargeld auch Oracle-Aktien bekommen. Es sollen jedoch höchstens 30 Prozent der Siebel-Aktien gegen Oracle-Aktien angekauft werden. Die Siebel-Aktionäre müssen die Transaktion noch genehmigen. Sie soll Anfang 2006 vollzogen werden. Die Wettbewerbsbehörden dürften den Kauf genau unter die Lupe nehmen.

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