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Oyster: Flatrate für Bücher am iPad

09.09.2013 | 10:15 Uhr |

Der US-Anbieter Oyster bietet seinen Service zwar noch nicht in Europa und noch nicht am iPad an, das Geeschäftsmodell ist jedoch vielversprechend

Für nur zehn US-Dollar pro Monat bietet der neue E-Book-Dienst Oyster unbegrenzten Zugriff auf über 100.000 E-Book-Titel an. Derzeit ist der Dienst nur auf Einladung hin erhältlich, aber der Abonnent kann dann mit iPhone oder iPod Touch auf die E-Books im Oyster-Angebot zugreifen. Die Benutzeroberfläche für das iPad soll im Spätherbst nachgeliefert werden.

Die Idee ist nicht neu: Auch Amazon setzt bereits auf das Ausleihen von E-Books für seine Prime-Kunden, aber das Angebot ist auf jeweils nur ein Buch beschränkt und der Zugriff kann nur über ein Kindle Tablet oder Kindle Lesegerät erfolgen. Weitere Firmen mit ähnlichen Diensten sind in den USA Bookboard und Speakaboo , aber beide beschränken ihr Angebot auf nur Kinderbücher. Auch Booksfree bietet ein Abonnement an, aber das wiederum beschränkt sich nur auf gedruckte Bücher. In Deutschland bietet das Plattform Skoobe ein ähnliches Packet: Für zehn Euro im Monat kann man aus dem Store Bücher ausleihen, die Ausleih-Frist ist nicht begrenzt. Dagegen muss ein Basic-Abonnent sich mit drei gleichzeitig ausgeliehenen Büchern zufrieden geben (Alternativen in Deutschland: Libreka und Onleihe ). Oyster hingegen begrenzt nicht die Anzahl der gleichzeitig ausgeliehenen elektronischen Bücher.

Die meisten Verlage zögern, einem Abonnement-Dienst beizutreten - aber die meisten haben auch bei der ursprünglichen Einführung von elektronischen Büchern zunächst gezögert. Oyster hat sich die Mitarbeit der von HarperCollins, Houghton Mifflin Harcourt, Workman und Smashwords gesichert, aber damit nur einen der vier großen Verlage abzeichnen können; Simon & Schuster, Random House und Penguin wollen (noch) nicht teilnehmen. Auf seiner Webseite schreibt Oyster, dass noch lange nicht alle Autoren oder Verlage in ihrem Angebot vertreten sind und es im allgemeinen einige Monate dauern wird, bevor ein neuer Titel im Abonnement erscheint. Außerdem räumt sich Oyster das Recht ein, Titel aus dem Angebot und von allen Geräten zu entfernen, sobald diese in Urheberrechts-Disputen verwickelt sind.

Obwohl der Dienst "nur" HarperCollins als großes Verlagshaus auf seine Seite ziehen konnte, kann sich das E-Book-Angebot bereits sehen lassen: Die Bestseller-Liste umfasst bereits Titel wie "Life of Pi", "Herr der Ringe" oder "Wasser für die Elefanten".

Noch ist der Dienst zu neu, um völlig ausgereifte Verkaufsstrategien zu bieten. Erwartungsgemäß wird es eine Weile dauern, bevor Oyster das perfekte Timing zischen Verkauf eines neuen E-Book-Titels und die Aufnahme in das Abonnement gefunden hat. Aber letztendlich könnten sowohl Kunden als auch Autoren nur gewinnen: Derzeit bleiben einfach viel zu viele Bücher ungelesen.

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