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PC-Hardware am Mac nutzen

05.01.2001 | 00:00 Uhr |

Dank USB, Firewire und vereinheitlichten Arbeitsspeichertypen haben Mac-Anwender bessere Auswahl und kaufen zu günstigeren Preisen ein. Das Inseldasein hat ein Ende.

Die Zeiten des Inseldaseins sind für Mac-Anwender vorbei. Mit Apples Umstieg auf den PCI-Bus ist der Nubus-Steckplatz von den Hauptplatinen verschwunden. Die Eigengewächse Apple Desktop Bus (ADB) und RS-423 haben der USB-Schnittstelle Platz gemacht, und statt des obligatorischen SCSI-Interface hat ein Mac heute Firewire an Bord. All diese Technologien bis hin zum Arbeitsspeichertyp sind auch Standards bei Wintel-PCs. Kann man deshalb jedes PC-Zubehörteil am Mac verwenden? Wir haben Peripheriegeräte beim PC-Händler um die Ecke eingekauft und sie an unsere Macs angeschlossen.

Günstiger Arbeitsspeicher

Abgesehen von den Special-Edition- und High-End-Modellen kommt ein aktueller Mac derzeit mit einer Arbeitsspeicherausstattung von unzureichenden 64 MB RAM. Diese Kapazität kann bereits ein durchschnittliches Mac-OS 9.04 mit ausgeschaltetem virtuellem Speicher ausfüllen. Im Normalfall muss der Kunde also RAM dazukaufen. Zu Redaktionsschluss wurden bei den Mac-Versandhändlern etwa 250 Mark für ein 128 MB großes Modul des Typs PC-100 SDRAM fällig, während ein PC-Besitzer für denselben Typ durchschnittlich nur 140 Mark ausgeben musste. Ein anderer Versender, der auch speziell für Macs ausgewiesene DIMMs anbietet, verlangte für ein Modul mit dem Attribut "für G3/G4 Macintosh" 170 Mark. Als Begründung für den Preisunterschied von 30 Mark zwischen dem günstigsten Modul für den PC und dem für den Mac gab die Bestellhotline unterschiedliche Spezifikationen der Module an. Ein probeweise bei Vobis für immer noch günstige 180 Mark erworbenes 128-MB-Modul gab denn auch nach wenigen Minuten Betrieb in einem iMac 350 Blueberry seinen Geist auf. Erst im besser gekühlten Power Mac G4/450 MP lief der Riegel.
Fazit: Bei zu hoher Temperatur machen Speichermodule Fehler. Je höher die Qualität eines DIMMs, desto toleranter ist es gegenüber der Umgebungstemperatur. Insofern sollte man von zu billigen Modulen Abstand nehmen und eher zu Produkten von Markenherstellern wie Kingston oder Viking greifen; obendrein stellt die Bezeichnung PC-100 SDRAM nicht sicher, dass alle Vorgaben von Apple seitens des Speicherherstellers erfüllt wurden. Die Unterscheidung in PC- und Mac-Speichermodule hat also immer noch ihre Berechtigung. Ob die Preisunterschiede jedoch gerechtfertigt sind, lässt sich kaum nachweisen. Auf der sicheren Seite ist man in jedem Fall, wenn man am Mac getestete Module kauft, die in der Händlerpreisliste als solche gekennzeichnet sind.

Arbeitsspeicher online kaufen

Bei der vorweihnachtlichen One-Click-Bestellorgie hat man allerhand Hardware angeschafft, und jetzt müssen Systemkonflikte gelöst werden. Vor dem 1. Juli 2000 hätte man in dieser Situation schlechte Karten gehabt und sein Geld nur nach Telefonterror beim zuständigen Händler zurückbekommen.

Da das Fernabsatzgesetz inzwischen jedoch in Kraft und der Handel damit zur Rücknahme über das Internet vertriebener Waren verpflichtet ist, braucht man sich nicht länger graue Haare wachsen zu lassen und kann sorglos auf Einkaufstour gehen. Der Gesetzgeber hat im Fernabsatzgesetz verankert, dass der Besteller den Kaufvertrag ohne Begründung binnen zwei Wochen ab Lieferung der bestellten Ware widerrufen darf. Diese Frist von zwei Wochen gilt allerdings nur, wenn der Händler über den oben genannten Punkt aufgeklärt und auf das Widerrufsrecht hingewiesen hat. Trifft dies nicht zu, verlängert sich die Frist auf vier Monate.

Wer falsch eingekauft hat und sein Geld zurückhaben will, muss den Widerruf fristgemäß abschicken und die gelieferte Ware zurücksenden. Dazu muss man weder einen Grund angeben, noch braucht man für die Rücksendungskosten aufzukommen. Letzteres gilt aber nur, wenn das Produkt nicht weniger als 40 Euro gekostet hat.

Unser "Selbstversuch" zum Thema "PC-Hardware am Mac nutzen" erstreckt sich auch noch auf
Festplatten EingabegeräteAudiogeräteWebcamsScannerTintenstrahler, LaserdruckerGrafikkarten, MonitoreMultimedia-CD-ROMs

Nachzulesen in der aktuellen Ausgabe 2/2001, ab Seite 114

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