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PC-World-Chefredakteur kehrt zurück, Geschäftsführer wird zurückversetzt

10.05.2007 | 14:19 Uhr |

Harry McCracken kehrt zurück auf seinen Chefredakteursstuhl bei der amerikanischen PC World in San Francisco - und Verlagsgeschäftsführer Colin Crawford muss kräftig Federn lassen.

Im Streit mit seinem Vorgesetzten um einen Apple-kritischen Text, der im Blatt nicht erscheinen sollte, hatte McCracken vergangene Woche fristlos bei beim Fachverlag IDG gekündigt. Der Fall, der wegen seiner journalistischen Bedeutung um eine unabhängige Fachpresse weltweites Aufsehen in den Fachmedien erregte, hat sich überraschend gewendet.

Nun nimmt Crawford seinen Hut: Nach einem Monat als Verlagsgeschäftsführer tritt er die Verantwortung für die Print-Sparte bei PC World und Macworld USA ab, der frühere Macworld-Chef betreut wie vor seiner Ernennung nun nur noch den Online-Bereich. Robert Carrigan, als President IDG Communications nach dem Gründer Patrick J. McGovern die Nummer 2 im Unternehmen und von Boston aus verantwortlich für alle Print- und Onlinetitel des Hauses, hat gestern die PC World-Crew über diese neuerliche Personalentscheidung informiert. Gemäß der offiziellen Sprachregelung bei IDG ist McCracken "aufgewühlt", wieder bei der PC World zu arbeiten - und Crawford ist ganz "aufgeregt", auf seinen alten Stuhl im Online-Bereich zurückzukehren. Damit verliert er auch die Möglichkeit, auf die publizistische Ausrichtung der Print-Magazine Einfluss zu nehmen: Seiner Ansicht nach waren Produkttests und Artikel zu kritisch und hätten Anzeigenkunden verprellt - darunter auch den Mac- und iPod-Hersteller. Vorerst bleibt die Stelle des Verlagsgeschäftsführers vakant.

Stein des Anstoßes war ein Artikel " 10 Dinge, die wir an Apple hassen ", den Colin Crawford laut Henry McCormack gestoppt haben soll, weil der CEO von Macworld und PC World über negativen Einfluss auf Apples Anzeigen besorgt war. Crawford hat zurückgewiesen, dass dies der Grund für den Stopp des Artikels gewesen sei. Bei der Redaktion der PC World habe er sich für die Vorgänge entschuldigt. PC World hat die Geschichte mittlerweile online veröffentlicht - zusammen mit dem Stück " 10 Dinge, die wir an Apple lieben ."

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