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PC only? MP3-USB-Stick am Mac

29.08.2003 | 13:14 Uhr |

Sie sind klein, sie sind hipp, und sie laufen nur am PC - USB-Speicher-Sticks mit integriertem MP3-Player und Diktiergerät. Wir wollten wissen, ob die schicken Teile nicht doch am Mac laufen.

Es ist eine Crux - wo immer man hinschaut, die schicken kleinen Sachen gibt es immer nur für den PC. Beispielsweise den 128-MB-USB-Speicher mit integriertem MP3-Player und Diktiergerät sowie Radio, Hersteller "No-Name", für 88 Euro beim Media-Markt. Die Kollegen der "Geiz-ist-Geil"-Werbung bieten in einer Zeitungsbeilage einen ähnlichen Stick für 50 Euro an, aber wirklich ätzende Werbung gehört bestraft. Deshalb starten wir unseren Selbstversuch beim Media-Markt. Ziel der Exkursion: Den MP3-Speicher-Diktier-Radio-Stick für 88 Euro auch am Mac zum Laufen zu bringen.

Freundlich, aber unwissend

Die Dame beim Media-Markt, die wir nach den Sticks befragen, ist freundlich und gibt bereitwillig Auskunft: Nein, sie glaube nicht, dass der am Mac läuft, überhaupt habe sie ja eine Menge MP3-Player, aber die würden ja alle nicht am Mac laufen. Wo wir schon mal da sind und auch gleich gar so enttäuscht gucken, schaut die freundliche Dame aber sicherheitshalber noch mal im Handbuch nach. Nach einigem Suchen finden wir es: "Systemvoraussetzung: IBM- oder kompatibler PC, Pentium-Prozessor mit 166 HMz MMX oder schneller, Windows 98 SE, 2000, XP und so weiter". Große Enttäuschung, bis die Dame sagt: "Die Software brauchen Sie eigentlich gar nicht, wenn Sie den Stick einstecken, erscheint der automatisch auf dem Windows-Desktop." Na, denken wir, vielleicht ja auch auf dem Mac-Desktop, also machen wir einen Deal. "Können wir den zurück geben, wenn er am Mac nicht läuft?" Die Dame ist wirklich freundlich, gibt uns eine schon offene Verpackung ("Die anderen sind nämlich verschweißt") und wir ziehen zufrieden zur Kasse.

Erste Hürde: Installation

Die Installation unseres Neuerwerbs ist, dem Mac sei dank, beliebig einfach: Während das Handbuch sich in Installationsanleitungen für die Windows-Software ergeht, sparen wir uns dieses Kapitel - wo nichts ist, können wir auch nichts installieren. Wir nehmen den Stick aus der Verpackung, legen die Batterie ein, und stecken ihn in den USB-Anschluss unserer Tastatur. Und warten gespannt, ob etwas passiert. Doch: "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts." USB-Stick wieder raus und mal anders probiert. Wir bocken das Powerbook hinten leicht auf und versuchen es direkt am Mac - das soll ja bisweilen helfen. Und tatsächlich, nach kurzer Zeit erscheint der Stick als Laufwerk auf dem Schreibtisch von Mac-OS X. Die erste Hürde ist geschafft.

Zweite Hürde: Daten kopieren

Nun wird es langsam spannend. Wo ein Laufwerk ist, kann man auch was drauf kopieren, und so sollten die MP3-Titel auch ohne "Digital Audio Manager", so der Name der beigelegten Windows-Software, auf den Stick gelangen. Wir kopieren gleich mal ein paar Lieder aus iTunes rüber, gleich ein ganzes Album von Metallica (gerippt von der Original-CD, jawohl), und schauen, was passiert. Tatsächlich startet der Mac einen Kopiervorgang, bricht aber kurz darauf mit "Fehler -35" ab. Was soll es, machen wir das einfach noch mal, und - wieder der Fehler. Und noch ein mal, diesmal gibt es keinen Fehler, statt dessen bleibt der Mac stehen, der Cursor verschwindet, der Lüfter des Powerbooks fängt an zu drehen und wir wähnen schon Rauchwolken aufsteigen. Befehl-Control-Einschalttaste funktionieren noch, ganze acht Minuten benötigt der Mac anschließend, bis endlich der Finder wieder da ist. Dann dauert es noch einmal zehn Minuten, bis der Finder wieder auf Maus und Tastatur reagiert.

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